› Umstrittenes Werk "Projektionen"
Gegen den Strich
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Für Kontroversen sorgt derzeit an der Uni Bayreuth ein Kunstwerk: Im nagelneuen Gebäude der rechts- und wirtschaftwissenschaftlichen Fakultät befindet sich ein abstraktes Wandgemälde, das recht unterschiedliche Reaktionen bei den Betrachtern auslöst.
Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, ebenso die Auffassungen darüber, was oder wie Kunst sein sollte. bayreuth4U verschaffte sich daher selber einen Eindruck von dem Gemälde und seinen Betrachtern.
Überwiegend reagieren Studenten und Mitarbeiter der Universität mit Ratlosigkeit oder Ablehnung, wenn sie auf das Werk „Projektionen“ von Thomas Bechinger angesprochen werden. Die 24-jährige Studentin Annett beispielsweise mag „abstrakte, verwirrte Kunst, wenn sie als solche verstanden werden kann. Aber das hier ist leider vom Fleck an der Wand kaum mehr zu unterscheiden.“
Auf der Facebook-Seite von bayreuth4U schreibt ein User: „Die meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe, dachten, dass die Bauarbeiter einfach nur die Wand aus Versehen schmutzig gemacht haben“.
Seit Mitte Dezember existiert neben dem Werk ein Schild, auf dem der Künstler erklärt, dass seine Malerei die ziegelroten Bauten auf dem Campus spiegelt und dadurch „neue Beziehungen zwischen Innen und Außen“ schaffen möchte. Diese Beziehungen der Benutzer des neuen RW-Gebäudes zu der Malerei sind indes gespalten. Jura Professor Oliver Lepsius erklärte gegenüber bayreuth4U: „Es ist immer schwierig, über Kunst zu diskutieren und zu urteilen. Wir sind aber etwas enttäuscht, da wir uns den Farbakzent kräftiger vorgestellt hatten. Es wirkt etwas blass.“
Lepsius erklärt, dass nicht die RW Fakultät das Gemälde ausgesucht hat, sondern dass letztlich der Freistaat Bayern als Bauherr das Kunstwerk bestellt und auch bezahlt hat. Rund 27.000 EUR flossen dafür dem Vernehmen nach an den Künstler.
Die offizielle Einweihung und Übergabe des Gebäudes inklusive der umstrittenen Wandmalerei ist für Mitte Januar geplant.
