Alpenpower auf der Seebühne: Melissa Naschenden im Interview

bayreuth4U: Deine Musik beinhaltet Schlager-, Pop- und Rockelemente, die du mit Ziehharmonika und deinem Dialekt bereicherst. Wie hast du diesen Sound für dich gefunden?

Melissa: Ich bin mit Volksmusik aufgewachsen und hab schon als kleines Mädchen Ziehharmonika gespielt. Gleichzeitig hab ich aber immer auch Rock und Pop gehört. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich nicht entscheiden muss. Ich wollte genau die Musik machen, die zu mir passt – mit Dialekt, mit Harmonika und mit einem modernen Sound. Daraus ist mein ganz eigener Stil entstanden.

bayreuth4U: Du stehst seit vielen Jahren auf der Bühne und gehörst in Österreich zu den erfolgreichsten Künstlerinnen deines Genres. Hast du trotzdem noch Lampenfieber? Hast du Tipps, die dagegen helfen?

Melissa: Ja, absolut! Wenn das Lampenfieber irgendwann ganz weg wäre, würde mir wahrscheinlich etwas fehlen. Es zeigt ja, dass einem die Sache wichtig ist. Mir helfen gute Vorbereitung, ein paar tiefe Atemzüge und vor allem die Vorfreude auf die Menschen vor der Bühne. Sobald ich die ersten Gesichter sehe, ist die Nervosität meistens weg.

bayreuth4U: Dein Publikum hat ein breites Altersspektrum. Wie erklärst du dir, dass deine Musik so viele Generationen erreicht?

Melissa: Ich glaube, weil meine Musik verschiedene Welten verbindet. Die Ziehharmonika und die Heimatverbundenheit sprechen viele ältere Menschen an, während die modernen Sounds und Themen auch die Jüngeren abholen. Und am Ende geht es in meinen Liedern um Gefühle, Spaß und das Leben – das versteht jede Generation.

bayreuth4U: Einen deiner ersten großen Auftritte hattest du mit 20 Jahren beim „Oktoberfest“ in Shanghai, einem völlig fremden Land mit einer völlig fremden Band. Wie hat das deine Karriere und dich persönlich beeinflusst?

Melissa: Das war ein riesiges Abenteuer. Ich war jung, aufgeregt und plötzlich ganz weit weg von daheim. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass man über sich hinauswachsen kann, wenn man mutig ist. Ich habe gelernt, selbstständig zu sein und Chancen zu nutzen, auch wenn sie zuerst ein bisschen Angst machen.

bayreuth4U: Du kommst aus dem Lesachtal und sprichst oft über deine Verbundenheit zur Heimat. Was gibt dir dieser Ort, was dir keine Bühne und kein Applaus ersetzen kann?

Melissa: Meine Heimat gibt mir Ruhe und Erdung. Dort bin ich einfach die Melissa und nicht die Künstlerin. Die Berge, die Natur und meine Familie erinnern mich daran, wo ich herkomme. Das kann kein Erfolg der Welt ersetzen.

bayreuth4U: In der ersten Single deines aktuellen Albums „Alpenbarbie“ geht es sinngemäß um das Motto „blond, aber nicht blöd“. Ist „Alpenbarbie“ für dich ein emanzipiertes Statement als Antwort auf Menschen, die dich unterschätzen, weil du sehr feminin, pink und auffällig auftrittst?

Melissa: Auf jeden Fall. Viele Menschen urteilen nach dem ersten Eindruck. Ich habe gelernt, darüber zu schmunzeln. Für mich zeigt „Alpenbarbie“, dass man feminin, bunt und lebensfroh sein kann und trotzdem genau weiß, was man will. Man muss sich nicht verbiegen, um ernst genommen zu werden.

bayreuth4U: Kannst du uns verraten, ob und welche weiteren großen Projekte demnächst bei dir anstehen?

Melissa: Ein paar Dinge sind natürlich noch geheim. Aber ich arbeite ständig an neuer Musik und spannenden Projekten. Mir wird nie langweilig, und meine Fans dürfen sich darauf verlassen, dass noch einiges kommt.

bayreuth4U: Was darf dein Publikum in Bayreuth bei dem Konzert mit dir und deiner Band erwarten?

Melissa: Ganz viel Energie, gute Stimmung und natürlich meine Ziehharmonika! Wir bringen meine bekanntesten Lieder mit, feiern gemeinsam und machen Bayreuth für einen Abend zur Alpenparty. Mir ist wichtig, dass jeder mit einem Lächeln nach Hause geht. Ich freue mich riesig auf das Publikum und verspreche einen unvergesslichen Abend!

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