Die Bayreuther Innenstadt wird am 24. Oktober wieder zur Bühne und bietet Musikfans in 16 Venues knapp zwei Dutzend Acts aus verschiedenen Genres. Wie es die Tradition des Festivals will, zeigt an diesem Abend nicht nur die hiesige Musikszene, was sie zu bieten hat. Auch überregional bekannte Bands und Künstler:innen sind live und hautnah zu erleben. Wie immer gilt: Einmal zahlen, überall live dabei sein!
Als das Bayreuther Kneipenfestival 1993 mit elf Bands in zehn Kneipen zum ersten Mal über die Bühne ging, war Helmut Kohl noch Kanzler, Steiner Bayreuth frisch in die Basketball-Bundesliga aufgestiegen – und Bayreuth hatte halb so viele Studenten und gefühlt doppelt so viele Kneipen wie heute. Ins Leben gerufen von Eric Waha und Udo Meixner, zwei Redakteuren des Nordbayerischen Kurier, bot das Festival im Laufe seiner dreiundreißigjährigen Geschichte Hunderten Bands eine Bühne – von der Schülerband von nebenan bis zu landesweit bekannten Acts wie Polarkreis 18, den Leoniden, OK Kid, Blond, Fiva MC oder Kid Simius. Diese Mischung war es auch, die das Kneipenfestival von vielen anderen seiner Art abhob und zu etwas Besonderem machte.
Für eine ganze Generation Bayreuther Musikfans gehörte das Kneipenfestival zum festen kulturellen Inventar der Stadt. Umso überraschender kam die Nachricht, dass die 34. Ausgabe der Traditionsveranstaltung am Samstag, dem 24. Oktober, auch ihre letzte sein wird. Zu viele Kneipen und Konzertvenues seien laut der Veranstalter in den vergangenen Jahren weggefallen, von legendären Kneipenfestival-Locations wie der Rosenau oder dem Lamperium bis zu vielen kleinen Kneipen wie dem Vogelsnest, dem Bottles, dem Mam Mam oder der Waikiki Bar – letztere vier alle im vergangenen Jahr. Zudem setzen viele Gastronomen mittlerweile verstärkt auf Essensgastronomie, was für sie die Teilnahme am Kneipenfestival zunehmend zur logistischen Herausforderung werden lässt.
Zum großen Finale gibt es allerdings noch einmal ein breites Programm mit 16 Veranstaltungsorten und 20 Live-Acts quer durch alle Stilrichtungen. Dabei sind absolute Urgesteine des Festivals wie die Brassbound Rockets, Willie & The Playboys, Christine Set The Scene, Stevie & The Monstabass oder The Bowtie Band ebenso vertreten wie Neulinge wie NeoBloom, Blackbox oder Paukasound.
Für überregionales Flair sorgen unter anderem die Münchner Blues-Rock-Barden von Sonic Brewery oder die kultverdächtige NDW-Kapelle Federhall aus Magdeburg. Letztere treffen auf der Bühne des
ZENTRUM auf die Bayreuther Hip-Hop-Acts SnC und die DistanzBoys, die sich vom Geheimtipp zum absoluten Festival-Liebling entwickelt haben. Und auch im Kulturhaus Neuneinhalb steigt zum Abschluss ein ‚Festival im Festival‘. Das All-Female-Line-up bringt neben der Coburger Sängerin ENNI mit der 23-jährigen Deutsch-Brasilianerin Vandalisbin eine der Entdeckungen des Jahres auf die Bühne. Hier trifft Neo-Soul auf Blues, Indie und Hip-Hop, Erykah Badu begegnet Nirvana, Bilderbuch trifft auf Isolation Berlin. Zum großen Abschluss schaut Maria de Val, bekannt von Bands wie Ganes oder Me + Marie, mit ihrer Band Principess vorbei und lädt mit ihrem Italo-Kraut-Pop zur ultimativen Tanzparty. Mach‘s gut, Kneipenfestival – es war schön mit dir!
Insgesamt wird zum großen Finale in 16 Locations gefeiert und getanzt. Tickets sind im Vorverkauf unter www.kneipenfestival-bayreuth.de erhältlich.


