Ausflug in die Wunderwelt

In seiner neuen Ausstellung präsentiert das Bayreuther Kunst- und Kulturhaus NEUNEINHALB vom 30. April bis zum 26. Mai unter dem Titel „WUNDERWELT“ Werke der Berliner Künstlerin und Illustratorin Juliane Pieper. Die Eröffnung erfolgt am Samstag, dem 30. April, ab 20 Uhr im Rahmen einer Vernissage, an der auch die Künstlerin teilnimmt.

Die vielfach ausgezeichnete Berliner Grafikdesignerin Juliane Pieper beschäftigt sich in ihren Werken mit Frauen- und Männerbildern in der Gesellschaft, ihren vorgelebten Klischees und ihren Ambivalenzen. Dabei lässt sie ihre farbenfrohen Arbeiten und filmischen Animationen auf den ersten Blick naiv erscheinen. Dahinter verbirgt sich jedoch ein vielfältiges Spiel an Bedeutungen, in dem sie die Spannbreite zwischen Kitsch und Kunst, Schrägheit und Schönheit auslotet. Pieper bezieht sich auf Nippes ebenso wie auf Madonnenverehrung und stellt mit ihren bunten, schrägen und ausladenden Frauenfiguren Schönheitsideale und Geschlechteridentitäten spielerisch in Frage. Digital und analog verschmelzen dabei ebenso wie Collage und Malerei. In ihren Arbeiten, in denen sie gerne auch Dekomaterial, Konfetti und Glitter verwendet, entführt sie die Betrachter:innen in eine farbenfrohe, subversive Wunderwelt, in der sie Gewissheiten hinterfragt und die Wirklichkeit neu vermisst.

Juliane Pieper studierte Illustration und Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, ehe sie ihr Weg nach New York führte, wo sie als Fulbright-Stipendiatin am Fashion Institute of Technology drei Jahre lang lebte und arbeitete. Mittlerweile ist Juliane Pieper mit ihrer Familie wieder in Berlin beheimatet, wo sie als Illustratorin für deutsche und internationale Zeitschriften, Zeitungen und Verlage tätig ist – von Reclam über Random House bis zur New York Times. Neben ihrem grafischen Werk produziert die vielseitige Künstlerin auch animierte Kurzfilme, die bereits mehrfach an die Manhattan Bridge in New York projiziert wurden. 2021 wurde sie mit dem AOI World Illustration Award ausgezeichnet, einem der wichtigsten Preise der Branche. Im Rahmen der Ausstellung sind neben zahlreichen Bildern der Künstlerin auch ausgewählte Kurzfilme sowie zwei lebensgroße Puppen zu sehen, die der Berliner Näher Volker Bachmann nach den Entwürfen Piepers gestaltet hat.

Die Ausstellung wird am 30. April um 20 Uhr mit einer Vernissage in Anwesenheit der Künstlerin eröffnet. Im Anschluss ist die Ausstellung jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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