Schon in der Jugend hat Nic angefangen, zu komponieren und zu programmieren. Diese beiden Leidenschaften begleiten Nic durch das gesamte Studium und den bisherigen Berufsweg. Im Interview erzählt Nic vom eigenen Weg und den Herausforderungen als freischaffende Kunstperson.
bayreuth4U: Du hast in Bayreuth studiert. Was genau?
Nic: Nach einem Jahr als Produktionshospitanz im Palast der Künste Budapest habe ich an der Uni Musiktheaterwissenschaft und nebenbei an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Komposition und Chorleitung studiert. Im Master habe ich mich dann für Computerspielwissenschaft entschieden. Interessant fand ich an Bayreuth vor allem, dass man gleichberechtigt Musik und Theater studieren kann.
bayreuth4U: Wie sieht ein typischer Tagesablauf als freischaffende Kunstperson bei dir aus?
Nic: Mein Tagesablauf kann ganz unterschiedlich aussehen. Oft arbeite ich die erste Tageshälfte in einem Coworking-Space an Installationsprojekten und Games, die andere Hälfte des Tages dann zu Hause an Musiktheater- und Chorprojekten. Ich bin aber projektbedingt auch sehr viel unterwegs – besonders für die Proben unserer Uraufführung von „Im Auge des Sturms“ war ich lange unterwegs.
bayreuth4U: Wie ist „Im Auge des Sturms“ entstanden und worum geht es in dem Musical?
Nic: Die Idee für das Stück kam mir schon sehr früh im Studium, auf einer Theaterreise. Das Musical handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die vor einem Sturm in einer Kirche Schutz suchen. Sie leben dort, abgeschottet von der Außenwelt. Es geht um Selbstfindung, Identität, Heimat und Freundschaft. Musik und Liedtexte sind von mir, das Buch habe ich gemeinsam mit Annabell Strobel und Isa Fallenbacher geschrieben. Das Stück hat verschiedene Stadien durchschritten, bevor es im Kulturforum Fürth mit unserem dafür gegründeten Verein Queeres Musiktheater e.V. uraufgeführt wurde. Jetzt wird es am Theater Lüneburg erstmals nachgespielt, während wir zwei Nominierungen für den Deutschen Musical-Theater-Preis erhalten haben, für die beste Komposition und die besten Liedtexte.
bayreuth4U: Du hast schon viele unterschiedliche Projekte umgesetzt. Wie bist du dabei auf den Aufgabenbereich der Museumsinstallationen gekommen?
Nic: Meine großen Leidenschaften waren immer Musicals und Videospiele. Ich habe dann im Master festgestellt, dass die Arbeit mit Museen beide Perspektiven vereint: Die Arbeit mit interaktiven Medien und das Erzählen von Geschichten in verschiedenen physischen und virtuellen Bühnenräumen. Im Master habe ich mit meinem Kollegen Ruben Schäfer die Firma Salzsammler gegründet. Wir haben Ausstellungsprojekte für die UNESCO und die Sparkasse entwickelt. Unsere Installationen erhielten mehrfach Auszeichnungen und Preise.
bayreuth4U: Was sind deine Aufgaben in der Museumsinstallation?
Nic: Unsere Installationen legen den Fokus darauf, spannende Prozesse erlebbar zu machen. Ich tauche in unterschiedlichste Inhalte ein und finde genau das, was sich gut durch Interaktion erzählen lässt. Dann designe ich einen spielerischen Kontext, der diese Inhalte intuitiv vermittelt, meistens mithilfe von interaktiven und intelligenten Technologien. Dazu kommen natürlich Verwaltungsaufgaben und Veranstaltungen, sowie ganz klassisch die Entwicklung von Computerspielen. bayreuth4U: Wie kommst du an neue Projekte?
Nic: Das ist ganz unterschiedlich. „Im Auge des Sturms“ habe ich einfach in die Welt gesetzt und nicht aufgehört, daran zu glauben. Förderanträge erwecken Projekte wie „Wahn.Sinn.Klang.“ zum Leben, ein neues Musiktheaterfragment, das im Rahmen des Festivals 150 entstand. Bei „Plötzlich Walküre“, unserer Festspiel-Revue im Friedrichsforum, kam die Universität auf uns zu. Viele der Museumsprojekte entstehen durch Empfehlungen. Inzwischen bin ich in der privilegierten Position, dass Menschen auf mich zukommen und für Projekte anfragen, was mich wirklich sehr freut. Aber auch an eigenen Ideen und Projekten mangelt es nicht. Natürlich ist nicht jedes Projekt finanziell rentabel, aber wenn man etwas mit Freude und Leidenschaft tut, dann entsteht immer etwas Wertvolles.

Foto: Ruben Schäfer


