Am 7. März kommt die fränkische Fun-Metal-Band J.B.O. ins ZENTRUM Bayreuth. Andi Bär sprach mit Sänger und Gitarrist Vito über dreieinhalb Jahrzehnte Bandgeschichte, befreundete Bands und über alles, was die umtriebigen Herren so vorhaben.
bayreuth4U: Vito, mal ehrlich und unter uns: Über 35 Jahre gibt es J.B.O. jetzt schon. Macht das noch Spaß, immer mit den gleichen Gesichtern unterwegs zu sein?
Vito: Na klar! Wenn du nicht mehr zu schätzen weißt, was du an einer langjährigen gemeinsamen Basis hast, dann brauchst du echt nicht weitermachen. Das ist ja gerade das Schöne. Du weißt genau, wie der Hase läuft und hast ein blindes Verständnis. Du weißt im positiven und im negativen, wie der andere tickt. Das sind Dinge, mit denen du lernst, umzugehen.
bayreuth4U: Wenn dir das jemand vor 36 Jahren prophezeit hätte, wie hättest du da reagiert?
Vito: Wir gehen ins 37. Jahr. Ich hätte ihm gesagt, er soll weiter Witze erzählen. Es war ja eigentlich als einmaliger Auftritt gedacht. Dass wir weitere Auftritte gespielt haben, geschah eigentlich aus Versehen. Wir haben uns da nicht darum bemüht. Und plötzlich kamen immer wieder Leute und wollten, dass wir auf die Bühne gehen. Dann haben wir uns gedacht: Wenn ihr den selben Rotz wieder haben wollt, dann machen wir das halt nochmal (lacht).
bayreuth4U: In eurer Bandgeschichte durftet ihr echt viele Bands auf Festivals erleben. Welche war denn die faszinierendste?
Vito: Boah, da tue ich mir echt schwer. Solche Superlative sind immer schwierig. Man hat zuviel gesehen. Die faszinierendste kann ich dir nicht sagen. Slayer war live immer eine echte Macht. Mit Rammstein haben wir in den Anfangsjahren sehr oft zusammen gespielt. Wir haben Type O Negative gesehen. Und auch mit Sepultura zu spielen, war geil. Aber eine Band rauszugreifen geht nicht.
bayreuth4U: Und wie heißt deine liebste Band in Franken?
Vito: Auch da gilt, dass ich nicht die eine Lieblingsband habe. Ich mag soviel Musik. Wir haben natürlich etliche Buddys mit Feuerschwanz, Fiddlers Green und Hämatom – mit all denen sind wir auch freundschaftlich verbunden. Unser Drummer war bei Fiddlers Green, mit ihm war ich schon in der Schule. Mit Hans von Feuerschwanz war ich in einer WG. Er hat 2003 ausgeholfen, als ich einen gebrochenen Finger hatte. Und ich hab bei ihnen ausgeholfen und die halbe Tour mit Feuerschwanz gespielt, als er zum zweiten Mal Vater geworden ist.
bayreuth4U: Ihr seid seit Herbst auf Tour und habt mittendrin das neue Album veröffentlicht. Wie läuft es denn?
Vito: Es läuft richtig gut. Das Album ist direkt in die Top 10 gesprungen. Und auch die Tour läuft sehr gut. Zwischendurch mussten wir kurz unterbrechen, da Hannes im Krankenhaus lag. Aber auch da ist wieder alles gut, eine Woche später haben wir wieder gespielt. Eine Woche vor dem Start der „House Of The Rising Fun“-Tour haben wir den letzten Gig der „Explizite Lyrik“-Tour gespielt. Ursprünglich war das Album ja schon für 2024 vorgesehen. Da kam aber ein Wechsel der Plattenfirma dazwischen, wir sind raus und wollten da nicht mehr veröffentlichen. Wir konnten aber auch nichts übers Knie brechen und irgendwo unterschreiben. Die Termine der Tour waren aber schon fix. Dann haben wir kurzerhand die eigentlichen Release-Termine auf die „Explizite Lyrik“-Tour umgemodelt. Das war aber ein echt guter Move, die Tour war richtig erfolgreich. Das schöne daran ist, dass nicht nur Leute über 50 gekommen sind. Da kommen Familien mit teilweise drei Generationen, aber auch sehr viele junge Leute. Da denke ich mir immer, wie cool das ist. Da bin ich auch sehr dankbar dafür. Letztendlich haben wir die Tour noch etwas nach hinten rausgezogen und dann die Veröffentlichungstour angefangen und das Album rausgejagt. Läuft!
bayreuth4U: Und jetzt die spannendste Frage: Das Album ist raus. Die Tour ist bald rum. Wie geht‘s bei euch weiter?
Vito: Na, dann fängt die Festivalsaison an. Da springen wir von einer Bühne ins nächste Zelt aufs nächste Festival. Wenn der Sommer rum ist, gehen wir nach einer kurzen Pause mit Hämatom auf die „Gagamania“-Tour. Da bin ich echt gespannt, weil wir große Venues bespielen. Wenn das rum ist, haben wir zwei Wochen Pause und spielen unsere „Blast Christmas“-Weihnachtsshows. Wenn das dann rum ist, nehmen wir uns mal etwas Zeit, um das weitere Vorgehen zu planen.
bayreuth4U: Der drittletzte Tourtermin ist in Bayreuth. Gibt‘s da noch nen schönen Abriss im ZENTRUM?
Vito: Davon gehe ich aus! Im ZENTRUM waren wir ja erst einmal und das ist schon eine ganze Weile her. Ich freu mich drauf!
bayreuth4U: Sind Heimspiele für euch eigentlich noch etwas besonderes?
Vito: So ein richtiges Heimspiel ist es gar nicht, auch wenn es ganz in der Nähe von Erlangen ist. Wir sind nicht so oft in Bayreuth, aber jetzt ist es mal wieder soweit. Und ich bin gespannt!
J.B.O. – Tour of the Rising Fun, ZENTRUM, 7.3., 20 Uhr
Restkarten unter www.motion.gmbh
Foto: Huckleberryking


