Im Regen vor dem Rotmain-Center: Wir testen den Test

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Kontakt mit einer infizierten Person. Ein Besuch bei den Eltern. Eine Fahrt ins Ausland. Oder ganz einfach der spontane Wunsch, ein bisschen Sicherheit in unsicheren Zeiten zu haben. Gründe für einen Schnelltest gibt es genug, und seit Kurzem ist ein genau solcher an zwei Orten in Bayreuth kostenlos verfügbar. Wir haben für euch getestet, wie ein Schnelltest im Rotmain-Center abläuft.

10.53 Uhr: Ich benötige einen Schnelltest. Doch wie läuft das ab? Was muss ich mitbringen? Ein Anruf in der Apotheke des Rotmain-Centers schafft Klarheit: Einfach vorbeikommen – keine Anmeldung nötig, kein Ausweis nötig, keine Gesundheitskarte nötig. Kostenlos. Nur warten müsse man. Eine Stunde solle man mindestens mitbringen, mittags kann es schneller gehen. Der Test findet aber nicht in der Apotheke statt, sondern im gegenüberliegenden Café der Bäckerei Brunner. Na fein, dann mal los.

11.27 Uhr: Die Schlange auf dem Prager Platz (so nennt sich der Vorplatz an der Rotmainhalle seit 2018) reicht vom Seiteneingang der Bäckerei bis zur Ampel am Kino. Ich zähle kurz durch: Rund 15 Personen sind vor mir. Mal sehen wie schnell es vorangeht.

11.35 Uhr: Die Frau vor mir gibt entnervt auf. Einen Platz gewonnen. Leider sehe ich, dass an zwei Stellen in der Schlange nicht einzelne Personen stehen, sondern Knäuel von je fünf Studis, die beim Wort Mindestabstand „mindest“ mit „minimal“ verwechseln. Zurück auf Los, tatsächlich sind etwa 25 Personen vor mir.

11.57 Uhr: Es beginnt ein fieser, kalter Nieselregen, und natürlich habe ich keinen Schirm. Mein Glück: Ich bin mittlerweile zum überdachten Eingang der Rotmainhalle vorgerückt. Mein Pech: Die Schlange geht schneller voran als der Regen vorbei.

12.29 Uhr: Nur noch zwei Personen vor mir. Ich kann nun das Kleingedruckte an der Eingangstür lesen: Kein Einlass mit Erkältungssymptomen. Davon war am Telefon keine Rede. Ich frage mich, was jemand mit einer leichten Erkältung macht, der eine Stunde gewartet hat, und nun das liest. Die Schlange hinter mir ist nun deutlich kürzer. In der Tat scheint mittags weniger los zu sein.

4 Grad, Nieselregen: Schlange stehen für den Test

12.33 Uhr: Es ist soweit. Eine freundliche Helferin in Schutzmontur bittet mich hinein. Hände desinfizieren, einen kleinen Zettel mit Namen und Anschrift ausfüllen und nein, ich habe keine Erkältungssymptome. Ich bekomme eine Nummer, Wartezeit bis zum Test: 20 Sekunden.

12.35 Uhr: Und sie hat gar nicht gebohrt, mein erster Coronatest verläuft kurz und völlig schmerzlos. Man merkt, dass die zuständige Dame nicht zum ersten Mal einen Nasenabstrich macht. Rein, raus, erledigt. Nun geht es zu fünf Stühlen mit Mindestabstand aka als Wartebereich. Der Herr nach mir kommt in den Genuss von Ärztehumor. „Bitte an die Wand! Keine Angst, wir schießen nicht“.

12.42 Uhr: Nach wenigen Minuten wird meine Nummer aufgerufen, ich habe das Ergebnis. Negativ. Auf Wunsch erhalte ich das auch noch mal schriftlich. Ich bin fertig – und coronafrei.

FAZIT:
– Ein Riesenlob für das professionelle und freundliche Team vor Ort, besser kann man das wohl kaum machen.
– Anstehen im Nieselregen ist alles andere als schön. Wer noch keine Erkältung hat, hier kann es klappen. Die Frage ist, ob nicht ein anderer Ort wie die Oberfrankenhalle mit Warteraum im Inneren mehr Sinn machen würde. Oder wenigstens eine kleine Zeltstraße sollte doch machbar sein.
– Auch die Beschilderung lässt zu wünschen übrig: Eine Infotafel oder ein Plakataufsteller vor dem Eingang zur Rotmainhalle statt eines kleinen Zettels an der Eingangstür wäre sicher hilfreich.
– Die große Frage: Was passiert, wenn die schönen Tage kommen und die Biergarten- und Urlaubssaison beginnt? Dann dürfte die Nachfrage um ein Vielfaches steigen. Hier muss man größer denken und andere Raumangebote machen. Sonst reicht die Schlange bis zum Marktplatz.

Kostenloser Corona-Schnelltest in der Bäckerei Brunner im Rotmain-Center: Mo bis Fr von 10 bis 16 Uhr. Eine zweite Teststation befindet sich in der Schlossgalerie (Mo bis Fr, 12 bis 18 Uhr). Personen mit Krankheitssymptomen werden nicht getestet und müssen sich an ihren Hausarzt wenden. Weitere Infos gibt es hier.

Von Matthias Mayer

Im Regen vor dem Rotmain-Center: Wir testen den Test

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10.53 Uhr: Ich benötige einen Schnelltest. Doch wie läuft das ab? Was muss ich mitbringen? Ein Anruf in der Apotheke des Rotmain-Centers schafft Klarheit: Einfach vorbeikommen – keine Anmeldung nötig, kein Ausweis nötig, keine Gesundheitskarte nötig. Kostenlos. Nur warten müsse man. Eine Stunde solle man mindestens mitbringen, mittags kann es schneller gehen. Der Test findet aber nicht in der Apotheke statt, sondern im gegenüberliegenden Café der Bäckerei Brunner. Na fein, dann mal los.

11.27 Uhr: Die Schlange auf dem Prager Platz (so nennt sich der Vorplatz an der Rotmainhalle seit 2018) reicht vom Seiteneingang der Bäckerei bis zur Ampel am Kino. Ich zähle kurz durch: Rund 15 Personen sind vor mir. Mal sehen wie schnell es vorangeht.

11.35 Uhr: Die Frau vor mir gibt entnervt auf. Einen Platz gewonnen. Leider sehe ich, dass an zwei Stellen in der Schlange nicht einzelne Personen stehen, sondern Knäuel von je fünf Studis, die beim Wort Mindestabstand „mindest“ mit „minimal“ verwechseln. Zurück auf Los, tatsächlich sind etwa 25 Personen vor mir.

11.57 Uhr: Es beginnt ein fieser, kalter Nieselregen, und natürlich habe ich keinen Schirm. Mein Glück: Ich bin mittlerweile zum überdachten Eingang der Rotmainhalle vorgerückt. Mein Pech: Die Schlange geht schneller voran als der Regen vorbei.

12.29 Uhr: Nur noch zwei Personen vor mir. Ich kann nun das Kleingedruckte an der Eingangstür lesen: Kein Einlass mit Erkältungssymptomen. Davon war am Telefon keine Rede. Ich frage mich, was jemand mit einer leichten Erkältung macht, der eine Stunde gewartet hat, und nun das liest. Die Schlange hinter mir ist nun deutlich kürzer. In der Tat scheint mittags weniger los zu sein.

4 Grad, Nieselregen: Schlange stehen für den Test

12.33 Uhr: Es ist soweit. Eine freundliche Helferin in Schutzmontur bittet mich hinein. Hände desinfizieren, einen kleinen Zettel mit Namen und Anschrift ausfüllen und nein, ich habe keine Erkältungssymptome. Ich bekomme eine Nummer, Wartezeit bis zum Test: 20 Sekunden.

12.35 Uhr: Und sie hat gar nicht gebohrt, mein erster Coronatest verläuft kurz und völlig schmerzlos. Man merkt, dass die zuständige Dame nicht zum ersten Mal einen Nasenabstrich macht. Rein, raus, erledigt. Nun geht es zu fünf Stühlen mit Mindestabstand aka als Wartebereich. Der Herr nach mir kommt in den Genuss von Ärztehumor. „Bitte an die Wand! Keine Angst, wir schießen nicht“.

12.42 Uhr: Nach wenigen Minuten wird meine Nummer aufgerufen, ich habe das Ergebnis. Negativ. Auf Wunsch erhalte ich das auch noch mal schriftlich. Ich bin fertig – und coronafrei.

FAZIT:
– Ein Riesenlob für das professionelle und freundliche Team vor Ort, besser kann man das wohl kaum machen.
– Anstehen im Nieselregen ist alles andere als schön. Wer noch keine Erkältung hat, hier kann es klappen. Die Frage ist, ob nicht ein anderer Ort wie die Oberfrankenhalle mit Warteraum im Inneren mehr Sinn machen würde. Oder wenigstens eine kleine Zeltstraße sollte doch machbar sein.
– Auch die Beschilderung lässt zu wünschen übrig: Eine Infotafel oder ein Plakataufsteller vor dem Eingang zur Rotmainhalle statt eines kleinen Zettels an der Eingangstür wäre sicher hilfreich.
– Die große Frage: Was passiert, wenn die schönen Tage kommen und die Biergarten- und Urlaubssaison beginnt? Dann dürfte die Nachfrage um ein Vielfaches steigen. Hier muss man größer denken und andere Raumangebote machen. Sonst reicht die Schlange bis zum Marktplatz.

Kostenloser Corona-Schnelltest in der Bäckerei Brunner im Rotmain-Center: Mo bis Fr von 10 bis 16 Uhr. Eine zweite Teststation befindet sich in der Schlossgalerie (Mo bis Fr, 12 bis 18 Uhr). Personen mit Krankheitssymptomen werden nicht getestet und müssen sich an ihren Hausarzt wenden. Weitere Infos gibt es hier.

Von Matthias Mayer

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