Glashaus: Kulturstillstand auf dem Campus

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Seit knapp einem Jahr steht der Konzertbetrieb im Glashaus am Campus weitestgehend still. Wir haben mit Isabelle vom Glashaus-Team über das vergangene Jahr und die kommende Zeit gesprochen. Die 24-Jährige, die sich seit etwa vier Jahren im Glashaus e.V. engagiert, macht sich vor allem Sorgen um den Nachwuchs im Verein.

Für viele Bayreuther Studierende ist das Glashaus auf dem Campus ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für Konzerte und Kultur. Doch in dem kleinen Gebäude, wo normalerweise schon am Nachmittag buntes Treiben herrscht, steht der Betrieb seit einem Jahr nahezu still. Lediglich der Kaffeebetrieb war hier für kurze Zeit möglich. „Anfang letzten Jahres, als der Lockdown kam, dachten wir noch: ‚Garnicht so schlecht, dann können wir die Gelegenheit für den Technikumbau nutzen“, so Isabelle über die Situation im März 2020. „Wir haben uns dann auch komplett neu ausgestattet für den Moment wenn es wieder losgehen kann. Aber dann ist erstmal sehr lange nichts passiert“, erzählt Isabelle.

Im Oktober konnten zwei Konzerte stattfinden, allerdings mit Bestuhlung und auf wenige Besucher begrenzt. „Das wurde sehr gut angenommen und hat gut funktioniert, war aber einfach nicht das gleiche wie ein „volles“ Konzert. Durch die Bestuhlung und Bedienung am Tisch herrscht gleich eine ganz andere Atmosphäre.“ Trotz des Lockdowns versucht das Glashaus-Team, mit digitalen Veranstaltungen zumindest im Netz präsent zu bleiben. Online-Veranstaltungen wie der „Club der lebenden Dichter“ oder die „Streitsofa“-Reihe in Kooperation mit der Kulturwissenschaftlichen Fachschaft finden regelmäßig über Zoom oder Instagram statt. „Wir haben uns zwar bemüht, das so regulär wie möglich zu betreiben, allerdings war das nicht so einfach“, berichtet Isabelle. „Das Glashaus lebt nun mal von der Zusammenkunft der Leute, das lässt sich digital nicht so gut umsetzen. Es ist zwar schön, dadurch die lokalen Bands ein wenig zu fördern, wir sehen das aber nicht unbedingt als nachhaltige Lösung.“

Es mangelt am Nachwuchs

Das größte Problem sieht Isabelle derzeit in der Nachwuchsgewinnung. Momentan engagieren sich neben dem Vorstand und einem kleinen Kernteam etwa 15 passive Mitglieder im Verein. Dadurch dass alle aus dem Glashaus-Team Studierende sind, beträgt die Laufzeit der Aktiven – bis auf ein paar Ausnahmen – zwei bis drei Jahre. Viele sind bald mit ihrem Studium fertig und gehen aus Bayreuth weg. „Zur Zeit gibt es einfach keine Möglichkeit, ein Kennenlernen zu organisieren wie wir es sonst tun würden. Üblicherweise kommen Neulinge in den Kaffeebetrieb, finden das Konzept cool und erfahren so noch mehr über die verschiedenen Aufgaben. Wir möchten Leuten einen Raum geben sich zu entfalten, aber jeder soll auch nur so viel machen, wie in seinem oder ihrem Interesse liegt. Es soll keiner zu irgendwas gezwungen werden. Das Studium gibt es schließlich auch noch, viele arbeiten nebenbei. Da wollen wir keinem im Weg stehen. Ein Ehrenamt soll ja Spaß machen und zur persönlichen Weiterentwicklung beitragen und keine Verpflichtung sein.“ Isabelle war selbst erst im Vorstand tätig, aktuell kümmert sie sich um die Finanzen des Vereins.

„Gerade die passiven Mitglieder, die sich um den Kaffeebetrieb kümmern und zu den Konzerten kommen, könnten bei der Wiedereröffnung fehlen“, sagt sie. Im Laufe diesen Jahres wird der Verein voraussichtlich auf fünf bis zehn Mitglieder schrumpfen. „Den Betrieb damit am Laufen zu halten wird sehr schwierig.“

Raum für neue Ideen

An Ideen für Veranstaltungen mangelt es derzeit nicht, auch die Anfragen von Bands und KünstlerInnen, die im Glashaus auftreten möchten, gibt es weiterhin zur Genüge. Bands schätzen die familiäre Atmosphäre und dass dem Team der Spaß an der Sache am Herzen liegt. Konkret ist für die kommende Zeit noch nichts geplant, aber da noch einige Nachholtermine anstehen und die Planungszeit relativ kurz ist, mache man sich keine Sorgen, kurzfristig ein Programm auf die Beine zu stellen, so Isabelle: „Momentan sind wir sehr vorsichtig mit der Planung, da wir noch nicht wissen wie es weitergeht. Bestenfalls können wir ab April, wenn sich die Uni wieder einigermaßen normalisiert, den Kaffeebetrieb wieder aufnehmen und, wenn es rechtlich erlaubt ist, wieder kleinere Konzerte veranstalten. Dafür würden wir uns natürlich über neue HelferInnen freuen, die wir anlernen können und die uns auch mit Ideen für neue Veranstaltungen bereichern!“

Wenn du Lust hast, selbst im Glashaus aktiv zu werden, kannst du den Verein über Instagram, Facebook oder Mail kontaktieren, jeden Mittwoch findet außerdem eine digitale Sitzung statt – wenn es die Umstände erlauben auch wieder vor Ort.

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Für viele Bayreuther Studierende ist das Glashaus auf dem Campus ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für Konzerte und Kultur. Doch in dem kleinen Gebäude, wo normalerweise schon am Nachmittag buntes Treiben herrscht, steht der Betrieb seit einem Jahr nahezu still. Lediglich der Kaffeebetrieb war hier für kurze Zeit möglich. „Anfang letzten Jahres, als der Lockdown kam, dachten wir noch: ‚Garnicht so schlecht, dann können wir die Gelegenheit für den Technikumbau nutzen“, so Isabelle über die Situation im März 2020. „Wir haben uns dann auch komplett neu ausgestattet für den Moment wenn es wieder losgehen kann. Aber dann ist erstmal sehr lange nichts passiert“, erzählt Isabelle.

Im Oktober konnten zwei Konzerte stattfinden, allerdings mit Bestuhlung und auf wenige Besucher begrenzt. „Das wurde sehr gut angenommen und hat gut funktioniert, war aber einfach nicht das gleiche wie ein „volles“ Konzert. Durch die Bestuhlung und Bedienung am Tisch herrscht gleich eine ganz andere Atmosphäre.“ Trotz des Lockdowns versucht das Glashaus-Team, mit digitalen Veranstaltungen zumindest im Netz präsent zu bleiben. Online-Veranstaltungen wie der „Club der lebenden Dichter“ oder die „Streitsofa“-Reihe in Kooperation mit der Kulturwissenschaftlichen Fachschaft finden regelmäßig über Zoom oder Instagram statt. „Wir haben uns zwar bemüht, das so regulär wie möglich zu betreiben, allerdings war das nicht so einfach“, berichtet Isabelle. „Das Glashaus lebt nun mal von der Zusammenkunft der Leute, das lässt sich digital nicht so gut umsetzen. Es ist zwar schön, dadurch die lokalen Bands ein wenig zu fördern, wir sehen das aber nicht unbedingt als nachhaltige Lösung.“

Es mangelt am Nachwuchs

Das größte Problem sieht Isabelle derzeit in der Nachwuchsgewinnung. Momentan engagieren sich neben dem Vorstand und einem kleinen Kernteam etwa 15 passive Mitglieder im Verein. Dadurch dass alle aus dem Glashaus-Team Studierende sind, beträgt die Laufzeit der Aktiven – bis auf ein paar Ausnahmen – zwei bis drei Jahre. Viele sind bald mit ihrem Studium fertig und gehen aus Bayreuth weg. „Zur Zeit gibt es einfach keine Möglichkeit, ein Kennenlernen zu organisieren wie wir es sonst tun würden. Üblicherweise kommen Neulinge in den Kaffeebetrieb, finden das Konzept cool und erfahren so noch mehr über die verschiedenen Aufgaben. Wir möchten Leuten einen Raum geben sich zu entfalten, aber jeder soll auch nur so viel machen, wie in seinem oder ihrem Interesse liegt. Es soll keiner zu irgendwas gezwungen werden. Das Studium gibt es schließlich auch noch, viele arbeiten nebenbei. Da wollen wir keinem im Weg stehen. Ein Ehrenamt soll ja Spaß machen und zur persönlichen Weiterentwicklung beitragen und keine Verpflichtung sein.“ Isabelle war selbst erst im Vorstand tätig, aktuell kümmert sie sich um die Finanzen des Vereins.

„Gerade die passiven Mitglieder, die sich um den Kaffeebetrieb kümmern und zu den Konzerten kommen, könnten bei der Wiedereröffnung fehlen“, sagt sie. Im Laufe diesen Jahres wird der Verein voraussichtlich auf fünf bis zehn Mitglieder schrumpfen. „Den Betrieb damit am Laufen zu halten wird sehr schwierig.“

Raum für neue Ideen

An Ideen für Veranstaltungen mangelt es derzeit nicht, auch die Anfragen von Bands und KünstlerInnen, die im Glashaus auftreten möchten, gibt es weiterhin zur Genüge. Bands schätzen die familiäre Atmosphäre und dass dem Team der Spaß an der Sache am Herzen liegt. Konkret ist für die kommende Zeit noch nichts geplant, aber da noch einige Nachholtermine anstehen und die Planungszeit relativ kurz ist, mache man sich keine Sorgen, kurzfristig ein Programm auf die Beine zu stellen, so Isabelle: „Momentan sind wir sehr vorsichtig mit der Planung, da wir noch nicht wissen wie es weitergeht. Bestenfalls können wir ab April, wenn sich die Uni wieder einigermaßen normalisiert, den Kaffeebetrieb wieder aufnehmen und, wenn es rechtlich erlaubt ist, wieder kleinere Konzerte veranstalten. Dafür würden wir uns natürlich über neue HelferInnen freuen, die wir anlernen können und die uns auch mit Ideen für neue Veranstaltungen bereichern!“

Wenn du Lust hast, selbst im Glashaus aktiv zu werden, kannst du den Verein über Instagram, Facebook oder Mail kontaktieren, jeden Mittwoch findet außerdem eine digitale Sitzung statt – wenn es die Umstände erlauben auch wieder vor Ort.

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