Zwischen Uni und Techno-Szene

Elisa, 21 Jahre alt, ist Studentin und legt nebenbei als Techno-DJ in zahlreichen Clubs auf. Im Interview erzählt sie, wie sie ihren Alltag organisiert und welche Herausforderungen das Leben zwischen Hörsaal und Nachtleben mit sich bringt.

bayreuth4U: Was studierst du und warum hast du dich für diesen Studiengang entschieden?

Elisa: Ich studiere Lehramt für Gymnasium in den Fächern Englisch und Biologie. Mir war schon lange klar, dass ich später viel mit Menschen arbeiten möchte und einen abwechslungsreichen und aktiven Beruf ausüben will. Besonders durch mein Hobby Basketball und meine vereinzelten Trainertätigkeiten wusste ich, welchen Weg ich beruflich einschlagen möchte. Im Sport habe ich gemerkt, dass es mir total viel Spaß macht, anderen Leuten etwas beizubringen. In der Oberstufe habe ich mich dann dazu entschieden, die Lehrerin zu werden, die ich mir in meiner Schulzeit gewünscht hätte.

Für das Fach Englisch habe ich mich entschieden, da ich schon immer recht gute Noten in der Sprache bekommen habe und mich auch privat durch Filme und Serien damit beschäftigt hatte. Biologie hat mich während der gesamten Oberstufe ebenfalls sehr interessiert, weshalb meine Fächerwahl recht schnell feststand.

bayreuth4U: Was genau hat dich dazu inspiriert, mit dem Auflegen anzufangen?

Elisa: Mein Vater war in seiner Jugend ebenfalls DJ, und meine Eltern haben Musik schon immer geliebt, weshalb ich damit aufgewachsen bin. Ständig lief Musik – egal, ob über CDs, Schallplatten oder das Radio. Schon mit elf Jahren habe ich mir meinen ersten Mini-DJ-Controller gewünscht. Mit 14 habe ich angefangen, aktiv Techno zu hören, auf erste Veranstaltungen zu gehen und mich immer mehr für die Musikrichtung zu begeistern. Auf einem Rave habe ich mir dann die Frage gestellt, warum es in meinem Umfeld so wenig weibliche DJs gibt. Also habe ich mir gedacht: „Was sie können, kann ich auch.“ Ich habe mich informiert und mit 18 Jahren final angefangen aufzulegen.

bayreuth4U: Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?

Elisa: Sehr dynamisch, bouncy und ansteckend. Ich experimentiere auch gerne, vermische mehrere Genres miteinander und probiere mich gerne aus.

bayreuth4U: Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus, wenn du Uni und einen DJ-Auftritt hast?

Elisa: Bei der Erstellung meines Stundenplans versuche ich, mir den Freitag grundsätzlich freizuhalten, da das der einzige Tag in der Woche ist, an dem sich mein Studium und mein DJ-Job überschneiden könnten. Falls sich das nicht vermeiden lässt und ich beispielsweise am Abend in Nürnberg auflege, gehe ich vormittags in die Uni. Je nachdem, wie lange meine Vorlesung dauert, fahre ich anschließend nach Hause, esse etwas und mache mich für den Abend fertig. Anschließend fahre ich gemeinsam mit meiner Freundin los, sammle noch ein paar Freund:innen ein, die mich den Abend über begleiten, und es geht los zur Location. Dort angekommen, mache ich einen kurzen Soundcheck und gucke, ob meine USB-Sticks funktionieren, denn das ist das Wichtigste. Danach kommt es ganz darauf an, wann ich spiele, also in welchem Timeslot ich gebucht wurde. Vor oder nach meinem Auftritt nehme ich mir immer die Zeit, um mit meinen Freund:innen zu feiern. Falls ich das Closing spiele, feiere ich davor. Nach meinem DJ-Set fahren wir meistens noch zu Freunden und lassen den Abend ausklingen. Insgesamt verläuft meine Nacht eigentlich wie ein normaler Club-Abend, nur dass ich etwa zwei Stunden auflege und selbst die Musik bestimme.

bayreuth4U: Gibt es Momente, in denen Studium und DJ-Job schwer miteinander vereinbar sind?

Elisa: Dadurch, dass ich neben meinen eigenen Gigs noch ein Kollektiv namens Neobloom mit meinem besten Freund Lio leite und zusätzlich mein eigenes DJ-Set-Videoformat „come over, let‘s cook!“ habe, fällt manchmal auch unter der Woche viel zusätzliche Arbeit an. An manchen Wochenenden bleibt daher kaum Zeit, mich um mein Studium zu kümmern. Ein gutes Beispiel war das diesjährige Wochenende des Bayreuther Bürgerfests, bei dem wir mit Neobloom gemeinsam mit dem Ohm Kollektiv am Freitag von 17 bis 8 Uhr morgens eine Bühne bespielt haben. Da wir uns um den Aufbau und die Künstler:innen gekümmert haben und selbst das Closing gespielt haben, blieb kaum Zeit für andere Aufgaben. Am Samstag und Sonntag ging es mit weiteren DJ-Gigs weiter, weshalb mein Studium an solchen Wochenenden zwangsläufig etwas in den Hintergrund rückt. Es erfordert daher eine gute vorherige Planung, insbesondere während der Klausurenphase, damit sich alle Aufgaben erledigen lassen und nichts vernachlässigt wird.

bayreuth4U: Gab es einen Auftritt, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Elisa: Da fällt mir direkt mein allererster Haus33-Gig in Nürnberg ein. Ich durfte den Mainfloor bei „Sweet n‘ Spicy“, einem queeren Event im Haus33, eröffnen. Ich war vorher sehr aufgeregt, weil das Haus33 eine Art heiliger Gral der lokalen Szene ist. Als mein Timeslot losging, haben sich alle Menschen, die da waren, auf meinen Sound eingelassen und mit mir gemeinsam gefeiert. Das Gefühl, das erste Mal vor so vielen Leuten aufzutreten, war einfach unbeschreiblich. Das war schon etwas sehr Besonderes für mich.

bayreuth4U: Welche Ziele hast du für deine DJ-Karriere?

Elisa: Ich möchte meinen Sound auch in Zukunft mit Menschen teilen, gemeinsam mit Leuten tanzen und dabei immer Spaß haben.

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