Comedy ohne Maske – Alain Frei im Interview

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Kunst & Bühne

Den Schweizer Comedian Alain Frei kennen viele aus dem Fernsehen, wo er bei der Formation RebellComedy als „Quotendeutscher“ zu sehen ist. In seinen Solo-Programmen beweist er, dass sein Humor auch über einen ganzen Abend trägt. Mit seinem dritten Programm „Mach dich frei!“ ist Alain Frei am 7.11. im Bayreuther ZENTRUM zu sehen. Grund genug für ein Gespräch mit dem sympathischen Wahl-Deutschen.

bayreuth4U: Kratzt es an Ihrem Selbstbild als Schweizer, in Ihrer „RebellComedy“-Truppe der Quotendeutsche zu sein?Alain Frei:  Kratzt es an meinem Selbstbild? Nein, das denke ich nicht. Das ist ja natürlich alles Spaß. Sicherlich sind wir Schweizer und die Deutschen jetzt nicht so unterschiedlich. Aber bei RebellComedy gibt es schon einige, die deutlich deutscher sind als ich.

bayreuth4U: Das äußert sich wie genau?
Frei:  Na, einige der Jungs sind zum Beispiel viel genauer, korrekter – und vor allem pünktlicher als ich.

bayreuth4U: Welche Schweiz-Klischees treffen denn auf Sie selbst zu?
Frei: Nun, wir könnten zum Beispiel schon mal aufs „Du“ wechseln.

bayreuth4U: Gern.
Frei:  Wir Schweizer gelten jetzt nicht gerade als sehr schnell, dafür aber als höflich. Ich versuche natürlich, die Klischees, die andere von der Schweiz haben, zu widerlegen und zu zeigen: Hey, die Schweizer können auch anders. Aber ganz kann man eben auch nicht aus seiner Haut.

bayreuth4U: Zum Thema Haut oder besser Maske: Du hast ja in Hamburg drei Jahre Schauspielausbildung gemacht. Ein Schauspieler kann sich auf der Bühne immer hinter seiner Rolle verstecken. Als Comedian ist man dagegen quasi nackt. Hättest du manchmal gern die Maske des Schauspielers auf der Bühne?
Frei:  Tatsächlich gar nicht. Ich habe bald festgestellt, dass mir das sehr liegt, auf der Bühne ich selbst zu sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich privat eher zurückhaltend bin, dass ich auf der Bühne gerne aus mir rausgehe und durchaus Privates erzähle. Es ist wie eine Therapie für mich – und manchmal sogar für andere. Ich hab schon erlebt, dass Leute auf mich zukommen und mir sagen: „Wenn du da oben auf der Bühne über Probleme redest, die ich kenne, fühle ich mich auch besser, aber ich könnte das nicht.“ Ich lache mit dem Publikum zusammen über mich selbst und dadurch können dann auch viele über sich selbst lachen.

bayreuth4U: Du verstehst deine Comedy also auch als Therapie? Wie könnte dann die Lehre lauten? Etwa: „Wenn der da oben über seine Probleme lachen kann, dann sollte ich meine Probleme auch mit Humor nehmen?“
Frei: Ganz genau, guter Punkt! Wenn man beim Publikum so einen Effekt haben kann, dann ist das etwas ganz Tolles.

bayreuth4U: Welche Auftritte sind dir dann lieber: Fernsehen oder kleine Clubs?
Frei: Ganz klar die Clubs! Im Fernsehen ist so viel, das ablenkt – nicht nur mich, sondern auch das Publikum. Zum einen sind da die vielen Lichter und Kameras. Zum anderen werden Fernsehshows oft unterbrochen. So entsteht kein richtiger Flow. Bei einem Club-Auftritt geht es nur um das Publikum und mich. Im Idealfall entsteht so ein intimer Dialog, man teilt einen schönen Abend. Das hat schon was.

bayreuth4U: Unsere weiblichen Leser interessiert hier natürlich, mit wem du sonst deine Abende teilst: Immer noch Single?
Frei: Ja, allerdings. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Bild, das ich von mir auf der Bühne zeige, nicht immer mit mir privat zusammenpasst. Ich bin privat tatsächlich eher ruhig und ein bisschen melancholisch.

bayreuth4U: Und die Damenwelt denkt eher: „Das ist ein Comedian, der ist bestimmt immer lustig“?
Frei: Ja, dieser Erwartungshaltung bin ich tatsächlich schon öfter begegnet. Mit der steigenden Bekanntheit wird es auch nicht einfacher, zu erkennen, wer es eigentlich wirklich ehrlich meint.

bayreuth4U: Dann noch eine Frage für die Männer zum Schluss: Wer ist dir als Fußballer lieber gewesen – Alain Sutter, oder Alexander Frei?
Frei: Leider bin ich mit den Freis nicht verwandt, hab also auch nicht das fußballerische Talent in mir. Aber früher fand ich schon den Alain Sutter ziemlich stark.

Interview: Wolfgang Karl

Alain Frei ist am 7.11. im Rahmen des Bayreuther Comedyherbst zu Gast im ZENTRUM. Tickets und Infos unter www.comedyherbst.de.

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Den Schweizer Comedian Alain Frei kennen viele aus dem Fernsehen, wo er bei der Formation RebellComedy als „Quotendeutscher“ zu sehen ist. In seinen Solo-Programmen beweist er, dass sein Humor auch über einen ganzen Abend trägt. Mit seinem dritten Programm „Mach dich frei!“ ist Alain Frei am 7.11. im Bayreuther ZENTRUM zu sehen. Grund genug für ein Gespräch mit dem sympathischen Wahl-Deutschen.

bayreuth4U: Kratzt es an Ihrem Selbstbild als Schweizer, in Ihrer „RebellComedy“-Truppe der Quotendeutsche zu sein?Alain Frei:  Kratzt es an meinem Selbstbild? Nein, das denke ich nicht. Das ist ja natürlich alles Spaß. Sicherlich sind wir Schweizer und die Deutschen jetzt nicht so unterschiedlich. Aber bei RebellComedy gibt es schon einige, die deutlich deutscher sind als ich.

bayreuth4U: Das äußert sich wie genau?
Frei:  Na, einige der Jungs sind zum Beispiel viel genauer, korrekter – und vor allem pünktlicher als ich.

bayreuth4U: Welche Schweiz-Klischees treffen denn auf Sie selbst zu?
Frei: Nun, wir könnten zum Beispiel schon mal aufs „Du“ wechseln.

bayreuth4U: Gern.
Frei:  Wir Schweizer gelten jetzt nicht gerade als sehr schnell, dafür aber als höflich. Ich versuche natürlich, die Klischees, die andere von der Schweiz haben, zu widerlegen und zu zeigen: Hey, die Schweizer können auch anders. Aber ganz kann man eben auch nicht aus seiner Haut.

bayreuth4U: Zum Thema Haut oder besser Maske: Du hast ja in Hamburg drei Jahre Schauspielausbildung gemacht. Ein Schauspieler kann sich auf der Bühne immer hinter seiner Rolle verstecken. Als Comedian ist man dagegen quasi nackt. Hättest du manchmal gern die Maske des Schauspielers auf der Bühne?
Frei:  Tatsächlich gar nicht. Ich habe bald festgestellt, dass mir das sehr liegt, auf der Bühne ich selbst zu sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich privat eher zurückhaltend bin, dass ich auf der Bühne gerne aus mir rausgehe und durchaus Privates erzähle. Es ist wie eine Therapie für mich – und manchmal sogar für andere. Ich hab schon erlebt, dass Leute auf mich zukommen und mir sagen: „Wenn du da oben auf der Bühne über Probleme redest, die ich kenne, fühle ich mich auch besser, aber ich könnte das nicht.“ Ich lache mit dem Publikum zusammen über mich selbst und dadurch können dann auch viele über sich selbst lachen.

bayreuth4U: Du verstehst deine Comedy also auch als Therapie? Wie könnte dann die Lehre lauten? Etwa: „Wenn der da oben über seine Probleme lachen kann, dann sollte ich meine Probleme auch mit Humor nehmen?“
Frei: Ganz genau, guter Punkt! Wenn man beim Publikum so einen Effekt haben kann, dann ist das etwas ganz Tolles.

bayreuth4U: Welche Auftritte sind dir dann lieber: Fernsehen oder kleine Clubs?
Frei: Ganz klar die Clubs! Im Fernsehen ist so viel, das ablenkt – nicht nur mich, sondern auch das Publikum. Zum einen sind da die vielen Lichter und Kameras. Zum anderen werden Fernsehshows oft unterbrochen. So entsteht kein richtiger Flow. Bei einem Club-Auftritt geht es nur um das Publikum und mich. Im Idealfall entsteht so ein intimer Dialog, man teilt einen schönen Abend. Das hat schon was.

bayreuth4U: Unsere weiblichen Leser interessiert hier natürlich, mit wem du sonst deine Abende teilst: Immer noch Single?
Frei: Ja, allerdings. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Bild, das ich von mir auf der Bühne zeige, nicht immer mit mir privat zusammenpasst. Ich bin privat tatsächlich eher ruhig und ein bisschen melancholisch.

bayreuth4U: Und die Damenwelt denkt eher: „Das ist ein Comedian, der ist bestimmt immer lustig“?
Frei: Ja, dieser Erwartungshaltung bin ich tatsächlich schon öfter begegnet. Mit der steigenden Bekanntheit wird es auch nicht einfacher, zu erkennen, wer es eigentlich wirklich ehrlich meint.

bayreuth4U: Dann noch eine Frage für die Männer zum Schluss: Wer ist dir als Fußballer lieber gewesen – Alain Sutter, oder Alexander Frei?
Frei: Leider bin ich mit den Freis nicht verwandt, hab also auch nicht das fußballerische Talent in mir. Aber früher fand ich schon den Alain Sutter ziemlich stark.

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Alain Frei ist am 7.11. im Rahmen des Bayreuther Comedyherbst zu Gast im ZENTRUM. Tickets und Infos unter www.comedyherbst.de.

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