Die Sache mit dem Müll

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Die Bayreutherinnen und Bayreuther haben 2019 über 46.000 Tonnen Abfall produziert – Eine kleine Belehrung   

Müll stinkt. Müll ist unappetitlich. Müll macht krank. Und doch wird Müll immer mehr. Nach einer Schätzung der Weltbank produziert die Welt Jahr für Jahr rund zwei Milliarden Tonnen Müll. Weil die Weltbevölkerung weiter wächst und die Urbanisierung stetig zunimmt, rechnen Wissenschaftler mit einem Anstieg der weltweiten Müllberge auf 3,4 Milliarden Tonnen. Und noch eine Erkenntnis der Weltbank: Hoch entwickelte Länder entwickeln mehr als ein Drittel des Weltmülls – obwohl dort nur 16 Prozent der Weltbürger leben. Müll also ein Wohlstandsproblem?! Es scheint so.

Wir müllen kräftig mit

Müll erzeugen aber nicht nur die anderen, für den Müll sind wir alle zuständig und verantwortlich. Auch Bayreuth hat es nämlich mit immer größeren Abfallbergen zu tun. Wie aus dem eben veröffentlichten Statistischen Jahrbuch 2019 der Stadt hervorgeht, lag die Abfallmenge 2019 bei rekordverdächtigen 46.023 Tonnen. Das entspricht in etwa dem Gewicht von 46.000 kleineren Autos! Zum Vergleich: Im Jahre 2009 waren es noch 42.182 Tonnen – und damit rund 3800 Tonnen weniger. Bezogen auf die Bevölkerungszahl 2019 (74.783 Frauen und Männer) bedeutet das also, dass auf jede Bayreutherin und jeden Bayreuther jährlich gut 600 Kilogramm Müll kommen. Anzumerken wäre allerdings, dass in dieser Menge auch die rund 8.134 Tonnen Bio- und Gartenabfälle sowie die 9.869 Tonnen Verpackungswettstoffe enthalten sind, die ja wieder genutzt bzw. recycelt werden können. 

Entsorgung wird uns leicht gemacht

Welche Entwicklungen sich anhand der aktuellen Zahlen ablesen lassen? Mit Ausnahme des sogenannten Gewerbemülls, der sich zwischen 2009 und 2019 mehr als verdoppelt hat, verbucht die Stadt in den zurückliegenden Jahren fast überall Rückgänge. Das rührt auch daher, dass Bayreuth, wie viele andere Kommunen auch, es ihren Bürgerinnen und Bürgern sehr leicht macht, verantwortlich mit ihren „Abfällen“, die ja häufig auch Wertstoffe sind, umzugehen. Altglas, Altpapier und Dosen kann man bei den über 73 (!) Sammelcontainern im Stadtgebiet entsorgen, Bioabfälle und Papier werden zudem in braunen und blauen Tonnen, Verpackungsmaterialien aller Art in gelben Säcken zuhause abgeholt und Gartenabfälle gesammelt. Zudem gibt es noch den städtischen Wertstoffhof, bei dem wir alle Problemmüll fast aller Art loswerden und auch darauf zählen können, dass er dort fachgerecht entsorgt wird. Rechnet man dann noch hinzu, dass man seinen Sperrmüll gegen Anruf kostenlos abholen lassen kann und obendrein noch die Müllumladestation des Müllzweckverbands Schwandorf in der Weiherstraße die Autoladung Müll für pauschal 5 Euro entgegennimmt, dann kann mit Fug und recht sagen, dass man es uns in der Tat sehr einfach macht, die leidigen Reste unserer Wohlstandsgesellschaft ohne großen Aufwand los zu werden.

Bequemlichkeit hat ihren Preis

Diese Bequemlichkeit hat natürlich ihren Preis. Die 80-Liter-Restmülltonne, die laut allgemeiner Empfehlung für einen 4-Personen-Haushalt ausreicht und in 14-tägigem Turnus geleert wird, kostet 126,90 € jährlich (120 Liter: 190,40 € jährlich, 240 Liter: 380,90 €, jeweils ohne Biomüll); in Kombination mit der Biotonne muss ein Haushalt dann schon 156 € für die Entsorgung blechen. Wer nun meint, dass sich die Stadt bei diesen Gebührensätzen eine goldene Nase verdient, irrt. Nach dem sogenannten Kostendeckungsprinzip müssen Kommunen ihre Gebühren so ansetzen, dass sie damit über die Runden kommen. Es handelt sich also um tatsächliche Kosten.

Wir sollten das Thema ernst nehmen 

Die Bayreuther Müll-Bequemlichkeit bringt aber auch eine große Gefahr mit sich: Sie mahnt uns, ungeachtet aller diesbezüglicher Appelle, kaum dazu, unser Alltagsverhaltung zu ändern. Weil wir wissen, dass sich „die Stadt“ schon darum kümmert, genehmigen wir uns alle nur zu gerne eine gewisse Großzügigkeit im Umgang mit den Überbleibseln des Alltags – insbesondere beim Einkauf. Dabei besteht für diesen Gleichmut kaum Anlass. Nach einer im Jahre 2017 in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlichten Studie zur globalen Plastik-Produktion hat die Menschheit seit den 50-er Jahren rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt. Ein Großteil davon sammelt sich bis heute in der Umwelt und in den Meeren ­– das entspricht ungefähr dem Gewicht von 880.000 Eiffeltürmen oder einer Milliarde Elefanten. Will heißen: Unsere Welt ist voll von Kunststoffen. Die Stiftung „World Wide Fund For Nature“ (WWF, auf Deutsch „Welt-Naturstiftung“) schreibt auf ihrer Homepage www.wwf.de: „Leider Fakt: Unsere Ozeane versinken immer mehr im Müll. In jedem Quadratkilometer Meer schwimmen heute mehrere hunderttausend Teile Mikroplastik und Plastikmüll.“

Fangen wir einfach an…

Nun können wir in Bayreuth selbstverständlich nicht die Probleme dieser Welt lösen, schon gar nicht im Alleingang. Aber wir alle können unseren kleinen Teil beisteuern.

  • Indem wir verantwortungsvoll einkaufen und den Handel vor Ort ansprechen, wenn uns Verpackungswahnsinn in den dortigen Regalen auffällt. Das nimmt niemand übel, im Gegenteil, die Geschäfte vor Ort werden sich bemühen, ihre Kunden nicht zu verlieren. Beispiel: Geschälte Bananen, einzeln in Plastik verpackt, braucht kein Mensch!
  • Indem wir mit den Händlern unseres Vertrauens darüber sprechen, dass wir gerne regional einkaufen und noch lieber regional ohne Plastik.
  • Indem wir selbst aktiv beitragen, die Plastikflut zu reduzieren (mitgebrachte Tüten/Taschen, Tupperdosen verwenden etc.)
  • Indem wir Projekten wie Unverpacktläden eine Chance geben
  • Indem wir unsere Abfälle konsequent trennen, anstatt beispielsweise Plastik, Dosen oder Flaschen in die Restmülltonnen werfen. 
  • Indem wir den vernünftigen Umgang mit Müll auch anmahnen gegenüber unseren Kindern, Mitgliedern von Wohn- oder Hausgemeinschaften, Nachbarn etc.
  • Indem auch und gerade jüngere Menschen öfter mal den Wochenmarkt aufsuchen. Erstaunlicherweise sind dort ­– meine nicht belegte These! ­– vor allem ältere Menschen unterwegs. Warum eigentlich?
  • Indem wir alle uns dann, wenn wir Wertstoffe (!) entsorgen, benehmen wie zivilisierte Menschen. Ich finde es erschreckend, wie es Woche für Woche, vor allem kurz nach verpackungsintensiven Feiertagen wie Weihnachten, rund um die Sammelstellen aussieht. Dass dort illegal Farben abgestellt, alter Fernseher oder Computer zerdeppert oder sperrige Gegenstände abgelagert werden ist nämlich nicht nur ein Ärgernis oder eine offenkundige Umweltsauerei, sondern auch ein Kostentreiber. Denn der illegale Müll dort, auf Parkplätzen oder am Wegesrand muss ja am Ende entsorgt werden. Und auch das fließt in unser aller Müllgebühren ein. Deshalb: Schauen wir hin, reden wir mit denen, die wir dabei erwischen. Und wenn das alles nicht hilft, sollten wir auch vor Anzeigen nicht zurückschrecken. Denn illegale Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat ­– oder, pathetisch gesprochen, ein Vergehen an Umwelt und Gesellschaft, das geahndet werden muss.
  • Indem wir auch dafür sorgen, dass Gelbe Säcke nicht tagelang auf offener Straße liegen. Denn zum einen sorgen diese Säcke dann, wenn sie nicht sauber befüllt sind (und das sind leider die allermeisten), für einen massiven Gestank, zum anderen sind Säcke, in denen sich Lebensmittelreste befinden, ein Paradies für Ratten und Mäuse. Und wenn man sich dann vor Augen führt, dass auf jeden Einwohner im Schnitt zwei Ratten kommen, dann kann man sich das Problem ausmalen, das sich auch vor unseren Haustüren auftut. 

Danke dem „Team Orange“

Mir ist es in diesem Zusammenhang wichtig, den Mitarbeitern der Stadt zu danken dafür, dass sie sich Tag für Tag um die Überbleibsel unserer Wohlstandsgesellschaft kümmern. Und das in einer Art und Weise, die mich beeindruckt. In Bayreuth nämlich werden die Mülltonnen häufig von den privaten Grundstücken an die Straße gerollt. In Bayreuth hinterlassen die Sperrmüllabfahrer, nachdem sie die angemeldeten Dinge abgeholt haben, im Regelfall nie ein Chaos, wie ich das aus anderen Städten kannte. In Bayreuth kann man mit den Männern in Orange auch mal reden oder sie um Rat bitten. Und beim Wertstoffhof wird den Bürgerinnen und Bürgern auch immer geholfen – zumindest sind das meine Erfahrungen. Achtung, Lobeshymne: Der Bauhof macht mehr als nur seinen Job! Danke dafür.

Samstags längere „Öffnungszeiten“, bitte!

Nur eines, finde ich, sollte endlich mal den Realitäten angepasst werden. An den über 70 Containerstandorten im Stadtgebiet, wo man Glas, Papier oder Dosen entsorgen kann, dürfen Wertstoffe an Samstagen nur zwischen 7 und 12 Uhr abgegeben werden, während man natürlich allüberall bis 20 Uhr einkaufen, den Rasen mähen, das Auto waschen oder die Bohrmaschinen und Kreissägen einsetzen darf. Das entspricht längst nicht mehr den allgemeinen Lebensgewohnheiten. Bitte ändern!

Zur Person
Gert-Dieter Meier (64) ist seit mehr als 35 Jahren Journalist ­– vor allem im Bereich Kommunalpolitik und Kultur – unterwegs. Seit 1. Mai gehört er als Unabhängiger dem Bayreuther Stadtrat an. Für Bayreuth 4U beleuchtet Meier in seiner monatlichen Kolumne das Geschehen in Bayreuth.

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Müll stinkt. Müll ist unappetitlich. Müll macht krank. Und doch wird Müll immer mehr. Nach einer Schätzung der Weltbank produziert die Welt Jahr für Jahr rund zwei Milliarden Tonnen Müll. Weil die Weltbevölkerung weiter wächst und die Urbanisierung stetig zunimmt, rechnen Wissenschaftler mit einem Anstieg der weltweiten Müllberge auf 3,4 Milliarden Tonnen. Und noch eine Erkenntnis der Weltbank: Hoch entwickelte Länder entwickeln mehr als ein Drittel des Weltmülls – obwohl dort nur 16 Prozent der Weltbürger leben. Müll also ein Wohlstandsproblem?! Es scheint so.

Wir müllen kräftig mit

Müll erzeugen aber nicht nur die anderen, für den Müll sind wir alle zuständig und verantwortlich. Auch Bayreuth hat es nämlich mit immer größeren Abfallbergen zu tun. Wie aus dem eben veröffentlichten Statistischen Jahrbuch 2019 der Stadt hervorgeht, lag die Abfallmenge 2019 bei rekordverdächtigen 46.023 Tonnen. Das entspricht in etwa dem Gewicht von 46.000 kleineren Autos! Zum Vergleich: Im Jahre 2009 waren es noch 42.182 Tonnen – und damit rund 3800 Tonnen weniger. Bezogen auf die Bevölkerungszahl 2019 (74.783 Frauen und Männer) bedeutet das also, dass auf jede Bayreutherin und jeden Bayreuther jährlich gut 600 Kilogramm Müll kommen. Anzumerken wäre allerdings, dass in dieser Menge auch die rund 8.134 Tonnen Bio- und Gartenabfälle sowie die 9.869 Tonnen Verpackungswettstoffe enthalten sind, die ja wieder genutzt bzw. recycelt werden können. 

Entsorgung wird uns leicht gemacht

Welche Entwicklungen sich anhand der aktuellen Zahlen ablesen lassen? Mit Ausnahme des sogenannten Gewerbemülls, der sich zwischen 2009 und 2019 mehr als verdoppelt hat, verbucht die Stadt in den zurückliegenden Jahren fast überall Rückgänge. Das rührt auch daher, dass Bayreuth, wie viele andere Kommunen auch, es ihren Bürgerinnen und Bürgern sehr leicht macht, verantwortlich mit ihren „Abfällen“, die ja häufig auch Wertstoffe sind, umzugehen. Altglas, Altpapier und Dosen kann man bei den über 73 (!) Sammelcontainern im Stadtgebiet entsorgen, Bioabfälle und Papier werden zudem in braunen und blauen Tonnen, Verpackungsmaterialien aller Art in gelben Säcken zuhause abgeholt und Gartenabfälle gesammelt. Zudem gibt es noch den städtischen Wertstoffhof, bei dem wir alle Problemmüll fast aller Art loswerden und auch darauf zählen können, dass er dort fachgerecht entsorgt wird. Rechnet man dann noch hinzu, dass man seinen Sperrmüll gegen Anruf kostenlos abholen lassen kann und obendrein noch die Müllumladestation des Müllzweckverbands Schwandorf in der Weiherstraße die Autoladung Müll für pauschal 5 Euro entgegennimmt, dann kann mit Fug und recht sagen, dass man es uns in der Tat sehr einfach macht, die leidigen Reste unserer Wohlstandsgesellschaft ohne großen Aufwand los zu werden.

Bequemlichkeit hat ihren Preis

Diese Bequemlichkeit hat natürlich ihren Preis. Die 80-Liter-Restmülltonne, die laut allgemeiner Empfehlung für einen 4-Personen-Haushalt ausreicht und in 14-tägigem Turnus geleert wird, kostet 126,90 € jährlich (120 Liter: 190,40 € jährlich, 240 Liter: 380,90 €, jeweils ohne Biomüll); in Kombination mit der Biotonne muss ein Haushalt dann schon 156 € für die Entsorgung blechen. Wer nun meint, dass sich die Stadt bei diesen Gebührensätzen eine goldene Nase verdient, irrt. Nach dem sogenannten Kostendeckungsprinzip müssen Kommunen ihre Gebühren so ansetzen, dass sie damit über die Runden kommen. Es handelt sich also um tatsächliche Kosten.

Wir sollten das Thema ernst nehmen 

Die Bayreuther Müll-Bequemlichkeit bringt aber auch eine große Gefahr mit sich: Sie mahnt uns, ungeachtet aller diesbezüglicher Appelle, kaum dazu, unser Alltagsverhaltung zu ändern. Weil wir wissen, dass sich „die Stadt“ schon darum kümmert, genehmigen wir uns alle nur zu gerne eine gewisse Großzügigkeit im Umgang mit den Überbleibseln des Alltags – insbesondere beim Einkauf. Dabei besteht für diesen Gleichmut kaum Anlass. Nach einer im Jahre 2017 in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlichten Studie zur globalen Plastik-Produktion hat die Menschheit seit den 50-er Jahren rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt. Ein Großteil davon sammelt sich bis heute in der Umwelt und in den Meeren ­– das entspricht ungefähr dem Gewicht von 880.000 Eiffeltürmen oder einer Milliarde Elefanten. Will heißen: Unsere Welt ist voll von Kunststoffen. Die Stiftung „World Wide Fund For Nature“ (WWF, auf Deutsch „Welt-Naturstiftung“) schreibt auf ihrer Homepage www.wwf.de: „Leider Fakt: Unsere Ozeane versinken immer mehr im Müll. In jedem Quadratkilometer Meer schwimmen heute mehrere hunderttausend Teile Mikroplastik und Plastikmüll.“

Fangen wir einfach an…

Nun können wir in Bayreuth selbstverständlich nicht die Probleme dieser Welt lösen, schon gar nicht im Alleingang. Aber wir alle können unseren kleinen Teil beisteuern.

  • Indem wir verantwortungsvoll einkaufen und den Handel vor Ort ansprechen, wenn uns Verpackungswahnsinn in den dortigen Regalen auffällt. Das nimmt niemand übel, im Gegenteil, die Geschäfte vor Ort werden sich bemühen, ihre Kunden nicht zu verlieren. Beispiel: Geschälte Bananen, einzeln in Plastik verpackt, braucht kein Mensch!
  • Indem wir mit den Händlern unseres Vertrauens darüber sprechen, dass wir gerne regional einkaufen und noch lieber regional ohne Plastik.
  • Indem wir selbst aktiv beitragen, die Plastikflut zu reduzieren (mitgebrachte Tüten/Taschen, Tupperdosen verwenden etc.)
  • Indem wir Projekten wie Unverpacktläden eine Chance geben
  • Indem wir unsere Abfälle konsequent trennen, anstatt beispielsweise Plastik, Dosen oder Flaschen in die Restmülltonnen werfen. 
  • Indem wir den vernünftigen Umgang mit Müll auch anmahnen gegenüber unseren Kindern, Mitgliedern von Wohn- oder Hausgemeinschaften, Nachbarn etc.
  • Indem auch und gerade jüngere Menschen öfter mal den Wochenmarkt aufsuchen. Erstaunlicherweise sind dort ­– meine nicht belegte These! ­– vor allem ältere Menschen unterwegs. Warum eigentlich?
  • Indem wir alle uns dann, wenn wir Wertstoffe (!) entsorgen, benehmen wie zivilisierte Menschen. Ich finde es erschreckend, wie es Woche für Woche, vor allem kurz nach verpackungsintensiven Feiertagen wie Weihnachten, rund um die Sammelstellen aussieht. Dass dort illegal Farben abgestellt, alter Fernseher oder Computer zerdeppert oder sperrige Gegenstände abgelagert werden ist nämlich nicht nur ein Ärgernis oder eine offenkundige Umweltsauerei, sondern auch ein Kostentreiber. Denn der illegale Müll dort, auf Parkplätzen oder am Wegesrand muss ja am Ende entsorgt werden. Und auch das fließt in unser aller Müllgebühren ein. Deshalb: Schauen wir hin, reden wir mit denen, die wir dabei erwischen. Und wenn das alles nicht hilft, sollten wir auch vor Anzeigen nicht zurückschrecken. Denn illegale Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat ­– oder, pathetisch gesprochen, ein Vergehen an Umwelt und Gesellschaft, das geahndet werden muss.
  • Indem wir auch dafür sorgen, dass Gelbe Säcke nicht tagelang auf offener Straße liegen. Denn zum einen sorgen diese Säcke dann, wenn sie nicht sauber befüllt sind (und das sind leider die allermeisten), für einen massiven Gestank, zum anderen sind Säcke, in denen sich Lebensmittelreste befinden, ein Paradies für Ratten und Mäuse. Und wenn man sich dann vor Augen führt, dass auf jeden Einwohner im Schnitt zwei Ratten kommen, dann kann man sich das Problem ausmalen, das sich auch vor unseren Haustüren auftut. 

Danke dem „Team Orange“

Mir ist es in diesem Zusammenhang wichtig, den Mitarbeitern der Stadt zu danken dafür, dass sie sich Tag für Tag um die Überbleibsel unserer Wohlstandsgesellschaft kümmern. Und das in einer Art und Weise, die mich beeindruckt. In Bayreuth nämlich werden die Mülltonnen häufig von den privaten Grundstücken an die Straße gerollt. In Bayreuth hinterlassen die Sperrmüllabfahrer, nachdem sie die angemeldeten Dinge abgeholt haben, im Regelfall nie ein Chaos, wie ich das aus anderen Städten kannte. In Bayreuth kann man mit den Männern in Orange auch mal reden oder sie um Rat bitten. Und beim Wertstoffhof wird den Bürgerinnen und Bürgern auch immer geholfen – zumindest sind das meine Erfahrungen. Achtung, Lobeshymne: Der Bauhof macht mehr als nur seinen Job! Danke dafür.

Samstags längere „Öffnungszeiten“, bitte!

Nur eines, finde ich, sollte endlich mal den Realitäten angepasst werden. An den über 70 Containerstandorten im Stadtgebiet, wo man Glas, Papier oder Dosen entsorgen kann, dürfen Wertstoffe an Samstagen nur zwischen 7 und 12 Uhr abgegeben werden, während man natürlich allüberall bis 20 Uhr einkaufen, den Rasen mähen, das Auto waschen oder die Bohrmaschinen und Kreissägen einsetzen darf. Das entspricht längst nicht mehr den allgemeinen Lebensgewohnheiten. Bitte ändern!

Zur Person
Gert-Dieter Meier (64) ist seit mehr als 35 Jahren Journalist ­– vor allem im Bereich Kommunalpolitik und Kultur – unterwegs. Seit 1. Mai gehört er als Unabhängiger dem Bayreuther Stadtrat an. Für Bayreuth 4U beleuchtet Meier in seiner monatlichen Kolumne das Geschehen in Bayreuth.

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