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Eine schwitzende Menge vor der Konzertbühne, eine vollgepackte Tanzfläche wie auf dem Herzogkeller (Foto) – aktuell kaum vorstellbar. Doch sollen solche Szenarien bald wieder möglich sein? Und wenn ja, sollten dann nur bereits geimpfte Menschen Zugang zu Veranstaltungen bekommen? Der Ticketriese CTS Eventim hat kürzlich eine Diskussion über Privilegien von Geimpften losgetreten. „Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen“, äußerte sich Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Schulenberg im Interview mit der Wirtschaftswoche. Der Deutsche Ethikrat sprach sich ganz klar gegen Lockerungen für Geimpfte aus, zuvor müsse sichergestellt sein, dass diese andere nicht mehr mit Covid-19 infizieren, betonte der Rat in einer Empfehlung.

Auch Veranstalter und Locationbetreiber aus Bayreuth sehen die Idee eher kritisch. Zwar freue man sich über Denkanstöße, die Branche aus dem Tief zu holen, den Zugang zu Veranstaltungen nur Geimpften zu gewähren könne aber nicht die Lösung sein. „Dass es jetzt Debatten darüber gibt, wie man zukünftig trotz Pandemie die Veranstaltungsbranche wieder öffnen kann, finde ich erst einmal gut“, so Fabrik-Betreiber Ahmad Kordbacheh. „Wir brauchen den Diskurs und vor allem Lösungsansätze. Nur Geimpften den Einlass zu Konzerten oder Clubs zu gewähren macht aber erst dann Sinn, wenn es für viele Menschen ein entsprechendes Impfangebot gibt, ansonsten haben wir weiterhin halb leere Hallen. Zudem wird der Zeitraum, in dem wir zwischen geimpft und nicht-geimpft unterscheiden müssen, nicht allzu groß sein. Gerade für kleine Unternehmen könnte sich der damit verbundene Aufwand nicht lohnen.“ Auch befürchtet er, dass es aktuell noch zu früh sei, um ein solches Konzept umzusetzen. „Ob Geimpfte nicht dennoch ansteckend sein können, ist derzeit noch nicht genügend erforscht. Kurzum ist für mich die Diskussion darüber, wie und ob es eine Impfausweiskontrolle geben wird, einfach noch zu früh und unausgereift. Viel mehr sollten wir über den Ausbau von Schnelltests im Bereich der Eventgastronomie nachdenken.“
Cedric Hofmann, Geschäftsführer des ZENTRUM, sieht es ähnlich: „Ich kann den Gedankengang gut verstehen, besonders unter der Voraussetzung, dass für alle Impfwilligen auch die Möglichkeit zur Impfung besteht. Schließlich gibt es in vielen Lebensbereichen Zugangsvoraussetzungen die man erfüllen muss wenn man Angebote nutzen möchte. Aber solange es nicht gelingt ausreichend Impfdosen zu beziehen sind solche Gedankenspiele ohnehin müßig.“ Auch Philipp Egger, der die Partyreihe Second Rage organisiert, hält die Idee für unausgereift. „Partys mit wildem Moshpit gehen nicht mit einem bedrohlichen Virus und impfen ist aktuell die einzige Waffe dagegen. Aber eine Impfpflicht ist wohl kaum die Lösung – Verbote und Regeln sind doch immer verdammt unsexy.“

Laut einer Umfrage sprechen sich auch zwei Drittel der Deutschen gegen Vorteile für geimpfte Menschen aus. Ein Gesetz zur Impfung gegen das Coronavirus lehnt die Bundesregierung bis jetzt ab.

Stand: 04.02.2021

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Eine schwitzende Menge vor der Konzertbühne, eine vollgepackte Tanzfläche wie auf dem Herzogkeller (Foto) – aktuell kaum vorstellbar. Doch sollen solche Szenarien bald wieder möglich sein? Und wenn ja, sollten dann nur bereits geimpfte Menschen Zugang zu Veranstaltungen bekommen? Der Ticketriese CTS Eventim hat kürzlich eine Diskussion über Privilegien von Geimpften losgetreten. „Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen“, äußerte sich Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Schulenberg im Interview mit der Wirtschaftswoche. Der Deutsche Ethikrat sprach sich ganz klar gegen Lockerungen für Geimpfte aus, zuvor müsse sichergestellt sein, dass diese andere nicht mehr mit Covid-19 infizieren, betonte der Rat in einer Empfehlung.

Auch Veranstalter und Locationbetreiber aus Bayreuth sehen die Idee eher kritisch. Zwar freue man sich über Denkanstöße, die Branche aus dem Tief zu holen, den Zugang zu Veranstaltungen nur Geimpften zu gewähren könne aber nicht die Lösung sein. „Dass es jetzt Debatten darüber gibt, wie man zukünftig trotz Pandemie die Veranstaltungsbranche wieder öffnen kann, finde ich erst einmal gut“, so Fabrik-Betreiber Ahmad Kordbacheh. „Wir brauchen den Diskurs und vor allem Lösungsansätze. Nur Geimpften den Einlass zu Konzerten oder Clubs zu gewähren macht aber erst dann Sinn, wenn es für viele Menschen ein entsprechendes Impfangebot gibt, ansonsten haben wir weiterhin halb leere Hallen. Zudem wird der Zeitraum, in dem wir zwischen geimpft und nicht-geimpft unterscheiden müssen, nicht allzu groß sein. Gerade für kleine Unternehmen könnte sich der damit verbundene Aufwand nicht lohnen.“ Auch befürchtet er, dass es aktuell noch zu früh sei, um ein solches Konzept umzusetzen. „Ob Geimpfte nicht dennoch ansteckend sein können, ist derzeit noch nicht genügend erforscht. Kurzum ist für mich die Diskussion darüber, wie und ob es eine Impfausweiskontrolle geben wird, einfach noch zu früh und unausgereift. Viel mehr sollten wir über den Ausbau von Schnelltests im Bereich der Eventgastronomie nachdenken.“
Cedric Hofmann, Geschäftsführer des ZENTRUM, sieht es ähnlich: „Ich kann den Gedankengang gut verstehen, besonders unter der Voraussetzung, dass für alle Impfwilligen auch die Möglichkeit zur Impfung besteht. Schließlich gibt es in vielen Lebensbereichen Zugangsvoraussetzungen die man erfüllen muss wenn man Angebote nutzen möchte. Aber solange es nicht gelingt ausreichend Impfdosen zu beziehen sind solche Gedankenspiele ohnehin müßig.“ Auch Philipp Egger, der die Partyreihe Second Rage organisiert, hält die Idee für unausgereift. „Partys mit wildem Moshpit gehen nicht mit einem bedrohlichen Virus und impfen ist aktuell die einzige Waffe dagegen. Aber eine Impfpflicht ist wohl kaum die Lösung – Verbote und Regeln sind doch immer verdammt unsexy.“

Laut einer Umfrage sprechen sich auch zwei Drittel der Deutschen gegen Vorteile für geimpfte Menschen aus. Ein Gesetz zur Impfung gegen das Coronavirus lehnt die Bundesregierung bis jetzt ab.

Stand: 04.02.2021

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