Warum der Radentscheid gut für Bayreuth und die Bayreuther ist

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Bayreuth hat die Wahl. Wobei es dieses Mal nicht um die Besetzung des Stadtrats oder die Findung eines neuen Oberbürgermeistes geht, sondern um eine Sachfrage – man könnte auch sagen: um eine Zukunftsfrage. Die Frage nämlich, wie ernst es Bayreuth meint mit den Themen Radverkehr, Ökologie und Verkehrswende. Wird also die Stadt, die sich bislang auch und vor allem als autogerechte Stadt präsentiert und definiert hat, den Schalter umlegen und den Radverkehr auf der Prioritätenliste ganz weit nach oben rücken?

Initiative von Radfahrern

Den Anstoß für die dringend notwendige Intensivierung der Debatte hat freilich nicht die Stadt selbst gegeben, sondern eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die vor allem eines eint: Die Leidenschaft fürs Radfahren. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, einen Radentscheid zu erreichen, der die Stadt und den Stadtrat zwingt, sich mit wichtigen Fragen auseinanderzusetzen. Alles Infos hierzu unter www.radentscheid-bayreuth.de

5312 Unterschriften

Die erste und vermutlich schwerste Hürde haben die Initiatoren des Radentscheid Bayreuth mit Bravour genommen: Mitte August haben sie 5312 Unterschriften von Bayreutherinnen und Bayreuthern, die sich dadurch für eine Verbesserung der Radwege und der Radinfrastruktur in der Stadt ausgesprochen haben, an die Stadt Bayreuth übergeben. Nach Prüfung der Unterschriften werden die Forderungen der Initiatoren nun dem Stadtrat zur Diskussion vorgelegt. Der Stadtrat muss dann zu einer Entscheidung kommen. Entweder er nimmt die Forderungen als Ganzes an. Oder er versucht, über Verhandlungen zu einer Kompromisslösung zu kommen. Tut er beides nicht, sind alle Wahlberechtigen in Bayreuth aufgerufen, im Rahmen eines Bürgerentscheides über die Zukunft des Radfahrens in Bayreuth abzustimmen. Bei Annahme des Bürgerentscheids hat diese bindende Wirkung – genau wie ein Stadtratsbeschluss. Bürgerbegehren bzw. -entscheide hat es in Bayreuth bereits gegeben zu den Themen Stadthallenausbau (Ratsentscheid), Graserschule und Rotmainhalle.

Viele Fragen offen

Nun ist so ein Bürgerbegehren eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Um alle Forderungen der Initiative umzusetzen, braucht es nicht nur einen großen Batzen Geld, sondern auch einen langen Atem. Noch viel wichtiger freilich ist es, die Bürgerinnen und Bürger in großer Zahl dieser Stadt von der Notwendigkeit der noch zu formulierenden Ziele zu überzeugen. Denn je mehr Menschen die gemeinsam formulierten Ziele mittragen, desto leichter lässt sich dieses Zukunftspaket schnüren. In diesem Zusammenhang war bereits der OB-Wahlkampf sehr aufschlussreich. Denn es haben im Grunde alle Kandidatinnen und Kandidaten signalisiert, dass sie Sympathie für diese Bürger-Initiative haben.

Acht Thesen, die fürs Radfahren sprechen

Nachfolgend acht Thesen, warum ich dafür bin, den Radentscheid im Großen und Ganzen umzusetzen.

1. Radfahren ist gut für die Menschen

Eigentlich selbsterklärend. Bewegung ist gut für die Gesundheit und hält fit. Radfahren entspannt (sofern die Rahmenbedingungen passen), Radfahren stärkt Herz und Kreislauf und schont die Gelenke. Radfahren bedeutet Entspannung.

2. Radfahren ist gut für die Stadt

Im Unterschied zum Auto hat das Radfahren keinerlei negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Will heißen: Je mehr Radler radeln und das Auto stehen lassen, desto besser die Luft. Radwege fressen weniger Flächen als Autostraßen, der Unterhalt der Radwege ist erheblich günstiger als der Unterhalt von Straßen.

3. Radfahren ist gut für die Umwelt

Radler produzieren mit ihren Fahrzeugen 0 Gramm CO2, keinen Feinstaub oder Stickoxide. Für einen neuen Radweg müssen deutlich weniger Flächen versiegelt werden als für eine neue Straße. Und die Radler tragen dazu bei, dass die Lärmbelastung sinkt. Schafft man es dann noch, die Themenfelder Radfahren und Carsharing/ÖPNV/Bahnfernverkehr zu kombinieren, ergeben sich viele weitere Möglichkeiten einer effektiven und umweltfreundlichen Mobilität.

4. Radfahren ist ein Wirtschaftsfaktor

Radfahren ist nicht nur gut für die Stimmung und das eigene Wohlbefinden, der Radfahr-Boom beschert der Branche auch, gerade in Krisenzeiten, erfreuliche Steigerungsraten. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden 2019 deutschlandweit 4,31 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Das bedeutet einen Zuwachs von 3,1 Prozent. Und auch in Zeiten des Corona-Zeiten riss dieser Trend nicht ab: Auch in vielen Geschäften vor Ort waren die neuen Modelle rasch vergriffen. Auch der lokale Radhandel boomt, Werkstätten und Sportgeschäfte profitieren ebenso davon. Seit kurzem bezuschusst zudem die Stadt Bayreuth die Anschaffung von umweltfreundlichen Lastenrädern, was dazu führen dürfte, dass sich auch die Auslieferung bis zur Haustür verändern dürfte.

5. Radfahren wird zum Faktor im Tourismus

Rund 5,5 Millionen Menschen haben 2018 laut ADFC eine Radreise unternommen. Besonders Paare zwischen 45 und 65 Jahren und viele Rentner tauschen Koffer gegen Fahrradtaschen. Vor allem Fernreisewege entlang von Flüssen (Mosel, Weser, Main) erfreuen sich großer Beliebtheit. Und nicht wenige glauben, dass in diesem Tourismussegment noch viel Zuwachs möglich sei. Davon könnte auch Bayreuth profitieren, immerhin liegt die Stadt am rund 600 Kilometer langen Main-Radweg (die Quelle des Weißen Mains liegt am Ochsenkopf, die Quelle des Roten Mains in Creußen. Allerdings braucht es dafür entsprechende Angebote und eine Offenheit gegenüber den Erwartungen der Radler – und natürlich eine gute Infrastruktur sowie verlässliche Beschilderungen der Radwege.

6. Radfahren ist keine Bedrohung für die Autofahrer

Der Autofahrer in uns mag das so sehen, aber: Radler bedrohen keine Autofahrer. Es ist genau umgekehrt. Je sicherer die Radwege, je klarer die Markierungen sind und je größer der wechselseitige Respekt ist, desto besser ist das auch für Autofahrer. Allerdings werden auch die Autofahrer es in Zukunft hinnehmen müssen, dass sie nicht allüberall die meisten Rechte aller Verkehrsteilnehmer haben werden. In Fahrradstraßen spielen sie dann nicht mehr die erste Geige, vielleicht auch nicht mehr an jeder Kreuzung. Aber das ist keine Bedrohung, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit in einem System des fairen Miteinanders.

7. Radfahren ist keine Gefahr für die Fußgänger

Ja, es gibt Kampfradler, die mit hoher Geschwindigkeit durch Fußgängerzonen brettern oder über kombinierte Rad- und Fußwege rasen. Und sich nicht um die berechtigen Interessen der Fußgänger kümmern.  Die Initiatoren des Radentscheides sagen es so: „Der Fahrraddepp ist wie der Autodepp kein Depp, weil er Rad fährt, sondern weil er ein Depp ist.“ Also: Je besser es der Stadt gelingt, Rad- und Fußwege zu trennen und Klarheit in die Verkehrswege zu bringen, desto leichter wird das Miteinander. Im Übrigen gilt: Rücksicht hilft allen! Und wenn die nicht hilft? Dann sollte eben die Polizei eingreifen. Dazu bräuchte es aber vermehrt Polizeiradstreifen. Denn nur die werden die Probleme aus Sicht der Radler (man denke nur an zugeparkte Radwege) auch wirklich erkennen.

8. Radfahren ist praktisch

Gerade eine Stadt wie Bayreuth ist fürs Fahrradfahren prädestiniert. Kurze Wege, wenig Hügel, viel Natur im Umfeld. Mit dem Rad kommt man überall hin, mit dem Rad ist man am schnellsten unterwegs. Das sind Trümpfe, die nicht jede Stadt zu bieten hat. Allerdings bräuchte es eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur: Fahrradgaragen, genügend Fahrradabstellplätze, Aufpumpstationen, E-Bike-Ladestationen, breite und sichere Radwege, gute Ausschilderung; Winterdienst. In Dänemark oder in den Niederlanden gibt es zudem Brücken für Radfahrer und Fußgänger, Grüne Welle für Radler, Haltegriffe und Fußstützen an Ampeln (damit man nicht absteigen muss), Fahrradverleihsysteme, schöne Routen, Apps. Wozu dieses Umdenken in der Fahrradfreundlichsten Stadt der Welt geführt hat? Schon 2010 fanden 67 Prozent aller Kopenhagener – also auch viele Autofahrer –, dass die Radkultur die Stadtatmosphäre verbessert hat. Das wäre doch auch ein wunderbares Planungsziel für Bayreuth.

Zur Person

Gert-Dieter Meier (64) ist seit mehr als 35 Jahren Journalist ­– vor allem im Bereich Kommunalpolitik und Kultur – unterwegs. Seit 1. Mai gehört der bekennende Gerne-Radler als Unabhängiger dem Bayreuther Stadtrat an. Für bayreuth4U beleuchtet Meier in seiner monatlichen Kolumne das Geschehen in Bayreuth.

Foto: Peter Kolb

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Initiative von Radfahrern

Den Anstoß für die dringend notwendige Intensivierung der Debatte hat freilich nicht die Stadt selbst gegeben, sondern eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die vor allem eines eint: Die Leidenschaft fürs Radfahren. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, einen Radentscheid zu erreichen, der die Stadt und den Stadtrat zwingt, sich mit wichtigen Fragen auseinanderzusetzen. Alles Infos hierzu unter www.radentscheid-bayreuth.de

5312 Unterschriften

Die erste und vermutlich schwerste Hürde haben die Initiatoren des Radentscheid Bayreuth mit Bravour genommen: Mitte August haben sie 5312 Unterschriften von Bayreutherinnen und Bayreuthern, die sich dadurch für eine Verbesserung der Radwege und der Radinfrastruktur in der Stadt ausgesprochen haben, an die Stadt Bayreuth übergeben. Nach Prüfung der Unterschriften werden die Forderungen der Initiatoren nun dem Stadtrat zur Diskussion vorgelegt. Der Stadtrat muss dann zu einer Entscheidung kommen. Entweder er nimmt die Forderungen als Ganzes an. Oder er versucht, über Verhandlungen zu einer Kompromisslösung zu kommen. Tut er beides nicht, sind alle Wahlberechtigen in Bayreuth aufgerufen, im Rahmen eines Bürgerentscheides über die Zukunft des Radfahrens in Bayreuth abzustimmen. Bei Annahme des Bürgerentscheids hat diese bindende Wirkung – genau wie ein Stadtratsbeschluss. Bürgerbegehren bzw. -entscheide hat es in Bayreuth bereits gegeben zu den Themen Stadthallenausbau (Ratsentscheid), Graserschule und Rotmainhalle.

Viele Fragen offen

Nun ist so ein Bürgerbegehren eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Um alle Forderungen der Initiative umzusetzen, braucht es nicht nur einen großen Batzen Geld, sondern auch einen langen Atem. Noch viel wichtiger freilich ist es, die Bürgerinnen und Bürger in großer Zahl dieser Stadt von der Notwendigkeit der noch zu formulierenden Ziele zu überzeugen. Denn je mehr Menschen die gemeinsam formulierten Ziele mittragen, desto leichter lässt sich dieses Zukunftspaket schnüren. In diesem Zusammenhang war bereits der OB-Wahlkampf sehr aufschlussreich. Denn es haben im Grunde alle Kandidatinnen und Kandidaten signalisiert, dass sie Sympathie für diese Bürger-Initiative haben.

Acht Thesen, die fürs Radfahren sprechen

Nachfolgend acht Thesen, warum ich dafür bin, den Radentscheid im Großen und Ganzen umzusetzen.

1. Radfahren ist gut für die Menschen

Eigentlich selbsterklärend. Bewegung ist gut für die Gesundheit und hält fit. Radfahren entspannt (sofern die Rahmenbedingungen passen), Radfahren stärkt Herz und Kreislauf und schont die Gelenke. Radfahren bedeutet Entspannung.

2. Radfahren ist gut für die Stadt

Im Unterschied zum Auto hat das Radfahren keinerlei negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Will heißen: Je mehr Radler radeln und das Auto stehen lassen, desto besser die Luft. Radwege fressen weniger Flächen als Autostraßen, der Unterhalt der Radwege ist erheblich günstiger als der Unterhalt von Straßen.

3. Radfahren ist gut für die Umwelt

Radler produzieren mit ihren Fahrzeugen 0 Gramm CO2, keinen Feinstaub oder Stickoxide. Für einen neuen Radweg müssen deutlich weniger Flächen versiegelt werden als für eine neue Straße. Und die Radler tragen dazu bei, dass die Lärmbelastung sinkt. Schafft man es dann noch, die Themenfelder Radfahren und Carsharing/ÖPNV/Bahnfernverkehr zu kombinieren, ergeben sich viele weitere Möglichkeiten einer effektiven und umweltfreundlichen Mobilität.

4. Radfahren ist ein Wirtschaftsfaktor

Radfahren ist nicht nur gut für die Stimmung und das eigene Wohlbefinden, der Radfahr-Boom beschert der Branche auch, gerade in Krisenzeiten, erfreuliche Steigerungsraten. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden 2019 deutschlandweit 4,31 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Das bedeutet einen Zuwachs von 3,1 Prozent. Und auch in Zeiten des Corona-Zeiten riss dieser Trend nicht ab: Auch in vielen Geschäften vor Ort waren die neuen Modelle rasch vergriffen. Auch der lokale Radhandel boomt, Werkstätten und Sportgeschäfte profitieren ebenso davon. Seit kurzem bezuschusst zudem die Stadt Bayreuth die Anschaffung von umweltfreundlichen Lastenrädern, was dazu führen dürfte, dass sich auch die Auslieferung bis zur Haustür verändern dürfte.

5. Radfahren wird zum Faktor im Tourismus

Rund 5,5 Millionen Menschen haben 2018 laut ADFC eine Radreise unternommen. Besonders Paare zwischen 45 und 65 Jahren und viele Rentner tauschen Koffer gegen Fahrradtaschen. Vor allem Fernreisewege entlang von Flüssen (Mosel, Weser, Main) erfreuen sich großer Beliebtheit. Und nicht wenige glauben, dass in diesem Tourismussegment noch viel Zuwachs möglich sei. Davon könnte auch Bayreuth profitieren, immerhin liegt die Stadt am rund 600 Kilometer langen Main-Radweg (die Quelle des Weißen Mains liegt am Ochsenkopf, die Quelle des Roten Mains in Creußen. Allerdings braucht es dafür entsprechende Angebote und eine Offenheit gegenüber den Erwartungen der Radler – und natürlich eine gute Infrastruktur sowie verlässliche Beschilderungen der Radwege.

6. Radfahren ist keine Bedrohung für die Autofahrer

Der Autofahrer in uns mag das so sehen, aber: Radler bedrohen keine Autofahrer. Es ist genau umgekehrt. Je sicherer die Radwege, je klarer die Markierungen sind und je größer der wechselseitige Respekt ist, desto besser ist das auch für Autofahrer. Allerdings werden auch die Autofahrer es in Zukunft hinnehmen müssen, dass sie nicht allüberall die meisten Rechte aller Verkehrsteilnehmer haben werden. In Fahrradstraßen spielen sie dann nicht mehr die erste Geige, vielleicht auch nicht mehr an jeder Kreuzung. Aber das ist keine Bedrohung, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit in einem System des fairen Miteinanders.

7. Radfahren ist keine Gefahr für die Fußgänger

Ja, es gibt Kampfradler, die mit hoher Geschwindigkeit durch Fußgängerzonen brettern oder über kombinierte Rad- und Fußwege rasen. Und sich nicht um die berechtigen Interessen der Fußgänger kümmern.  Die Initiatoren des Radentscheides sagen es so: „Der Fahrraddepp ist wie der Autodepp kein Depp, weil er Rad fährt, sondern weil er ein Depp ist.“ Also: Je besser es der Stadt gelingt, Rad- und Fußwege zu trennen und Klarheit in die Verkehrswege zu bringen, desto leichter wird das Miteinander. Im Übrigen gilt: Rücksicht hilft allen! Und wenn die nicht hilft? Dann sollte eben die Polizei eingreifen. Dazu bräuchte es aber vermehrt Polizeiradstreifen. Denn nur die werden die Probleme aus Sicht der Radler (man denke nur an zugeparkte Radwege) auch wirklich erkennen.

8. Radfahren ist praktisch

Gerade eine Stadt wie Bayreuth ist fürs Fahrradfahren prädestiniert. Kurze Wege, wenig Hügel, viel Natur im Umfeld. Mit dem Rad kommt man überall hin, mit dem Rad ist man am schnellsten unterwegs. Das sind Trümpfe, die nicht jede Stadt zu bieten hat. Allerdings bräuchte es eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur: Fahrradgaragen, genügend Fahrradabstellplätze, Aufpumpstationen, E-Bike-Ladestationen, breite und sichere Radwege, gute Ausschilderung; Winterdienst. In Dänemark oder in den Niederlanden gibt es zudem Brücken für Radfahrer und Fußgänger, Grüne Welle für Radler, Haltegriffe und Fußstützen an Ampeln (damit man nicht absteigen muss), Fahrradverleihsysteme, schöne Routen, Apps. Wozu dieses Umdenken in der Fahrradfreundlichsten Stadt der Welt geführt hat? Schon 2010 fanden 67 Prozent aller Kopenhagener – also auch viele Autofahrer –, dass die Radkultur die Stadtatmosphäre verbessert hat. Das wäre doch auch ein wunderbares Planungsziel für Bayreuth.

Zur Person

Gert-Dieter Meier (64) ist seit mehr als 35 Jahren Journalist ­– vor allem im Bereich Kommunalpolitik und Kultur – unterwegs. Seit 1. Mai gehört der bekennende Gerne-Radler als Unabhängiger dem Bayreuther Stadtrat an. Für bayreuth4U beleuchtet Meier in seiner monatlichen Kolumne das Geschehen in Bayreuth.

Foto: Peter Kolb

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