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Der Mythos Bayreuth lebt

Geht es den Festspielen gut, profitiert davon auch die Stadt Bayreuth: Fünf Thesen zur Zukunft dieser weltweit einzigartigen Kulturinstitution

Von Gert Dieter Meier

Das Bayreuther Sommertheater 2023 hat fertig, Vorhang zu für die Bayreuther Festspiele! Es war, wieder mal, keine ganz einfache Spielzeit. Begleitet von vielen Diskussionen über Kartenpreise und nicht verkaufte Plätze (ZDF: „Die Bayreuther Festspiele im Umbruch –Wankt der Mythos Bayreuth?“,) vereinzelte Streitereien (Münchner Merkur: „Bayreuther Abgründe: Streit um Finanzierung und Ausrichtung der Festspiele“), hoch gesteckte Erwartungshaltungen (Bild.de: „Bayreuther Festspiele: Minister Blume fordert Revolution“) und ja: vermutlich auch so manche Enttäuschung vor allem über die „Ring“-Inszenierung, die noch immer nicht angekommen ist in Bayreuth (Deutschlandfunk: „Ring“-Inszenierung fällt abermals beim Publikum durch“). Darüber sollte man aber nicht vergessen, dass diese Festspiele auch und vor allem geprägt wurden durch viele großartige Aufführungen und Inszenierungen, herausragende Debüts und eine wieder mal herzerfrischende Aufführung der Kinderoper, die auch bei vielen Erwachsenen immer beliebter wird. Und dann wäre da ja auch noch die Sache mit der Brille…

Nun ist die Musik und das Werk Wagners nicht jedermanns Sache, muss es auch nicht. Fakt aber ist, dass Bayreuth mit den Richard-Wagner-Festspielen über ein herausragendes Ereignis mit langer Tradition verfügt, für das uns unzählige andere Kommunen aus gutem Grund beneiden. Nachfolgend fünf Thesen zur Zukunft der Bayreuther Festspiele.

These 1: Die Tradition macht Bayreuth stark
Dass der Komponist Richard Wagner (geboren am 22. Mai 1813 in Leipzig; gestorben am 13. Februar 1883 in Venedig) sich ausgerechnet das seinerzeitige Provinzstädtchen Bayreuth ausgesucht hat für den Bau seines Festspielhauses, war und ist ein Glücksfall – auch wenn der Komponist eine höchst widersprüchliche Persönlichkeit war. Anfänglich trieben Wagner revolutionäre Gedanken um, später machte der Mensch Wagner leider vor allem durch seine extreme antisemitische Haltung von sich reden. Er machte es einem also leicht, seine Musik zu lieben, aber seine (politische) Haltung zu verabscheuen. Der Komponist und Dirigent Leonard Bernstein brachte diese Widersprüchlichkeit in einem klugen Zitat zum Ausdruck: “Ich hasse Wagner, aber auf Knien!”

Anfänglich dachte Wagner wohl noch, das Markgräfliche Opernhaus (seinerzeit das größte Haus weit und breit) für die Aufführung seiner Werke nutzen zu können, doch das erschien ihm am Ende doch wieder viel zu klein für seine großen Pläne. Also bereitete er einen Neubau droben, am Grünen Hügel vor, seinerzeit noch ein gutes Stück entfernt von der Stadt selbst. Sein kühner Plan: Nach der Aufführung sollte das als Provisorium gedachte Haus wieder abgerissen werden. Wie man weiß, überlebte das Provisorium jedoch alle wagemutigen Abrisspläne. Und steht bis heute. 
Was die Bayreuther Festspiele noch von allen anderen vergleichbaren Institutionen unterscheidet: Bis heute wird das einstige Familienunternehmen Bayreuther Festspiele, das seit 1973 im Besitz der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth ist, die das Haus an die 1985 gegründete Bayreuther Festspiele GmbH (Gesellschafter: Bundesrepublik Deutschland, Freistaat Bayern und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth halten je 29 Prozent der Anteile, die Stadt Bayreuth und 13 Prozent) vermietet, durch ein Mitglied der Familie Wagner geleitet. Seit 2015 ist Katharina Wagner, die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner, die alleinige Festspielchefin. Wie ihr Vater hat sie ihren eigenen Kopf, wie W.W. spricht sie gerne Klartext und geht ihren eigenen Weg. Und wer das konsequent tut, ist natürlich nie Eve­ry­bo­dy’s Dar­ling, sondern eckt auch an. Wie lange Katharina Wagner, die vermutlich letzte Wagner an der Spitze der Festspiele, diese Position noch ausüben wird, ist aktuell unklar. Der Vertrag der Intendantin läuft 2025 aus. Ob er verlängert wird, welche Forderungen sie stellt und welche Chancen sie hat und ob sie überhaupt weitermachen will, soll im Herbst dieses Jahres (nach den Landtagswahlen) ausgelotet werden.

-> Bedeutung des Faktors Tradition: hoch

These 2: Die Moderne hält Bayreuth jung

Die Festspiele sind mit ihrem eingeschränkten Repertoire – gespielt werden nur zehn (spätere) Werke Richard Wagners, nämlich „Der fliegende Holländer“, „Tannhäuser“, „Lohengrin“, der vierteilige Zyklus „Der Ring des Nibelungen“, „Tristan und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Parsifal“ ­– darauf angewiesen, diese Werke immer wieder neu zu interpretieren, was bei Wagners bevorzugten und zeitlosen Themen (Macht, Liebe, Erlösung, Tod) auch wunderbar funktioniert. Bestärkt fühlen sich die Nachkommen dabei durch einen Ausspruch des Festspielgründers selbst, der mit seinem gerne zitierten Satz „Kinder, macht Neues“ quasi den Weg für den Umgang mit seinem Werk vorgegeben hat. Das ganze Zitat findet sich übrigens in einem Brief Wagners an Franz Liszt vom 8. September 1852: “Kinder! macht Neues! Neues! Und abermals Neues! – hängt Ihr Euch an’s Alte, so holt Euch der Teufel der Inproduktivität, und Ihr seid die traurigsten Kinder.”

Endlich: Die Öffnung der Festspiele geht gut voran


Schon Wolfgang Wagner hat nach der Wiederbelebung der Festspiele im Jahr 1951 und dem frühen Tod seines Bruder Wieland Wagner im Jahre 1966 die Erneuerung dadurch vorangetrieben, dass er Regisseure von außen verpflichtete, um Stücke radikal neu zu deuten. Götz Friedrichs „Tannhäuser“ (ab 1972) und Patrice Chéreaus „Jahrhundert-Ring“ setzten hier schon früh besondere Ausrufezeichen. Es folgten, sehr viel später, Christoph Schlingensief und viele andere. Aber erst mit Katharina Wagner nahm die Erneuerung richtig an Fahrt auf. Sie führte etwa das Public Viewing ein in Bayreuth, das Tausenden von Menschen in Bayreuth ermöglichte, eine Oper unter freiem Himmel live mitzuerleben und die Schwellenangst zu der Wagnerei am Grünen Hügel abzubauen. Sie brachte die Premieren vom Grünen Hügel deutschlandweit in die Kinos, sie startete mit hohem Aufwand und ebensolcher Qualität das Projekt Wagner für Kinder – bis heute ein genialer Weg, um schon Kinder für die Welt Wagners zu begeistern. Katharina Wagner sperrte sich auch nicht mehr gegen die Aufarbeitung der eigenen (Familien-)Geschichte und ihrer unglückseligen Nähe zum Nationalsozialismus, sondern beflügelte diese sogar aus freien Stücken. Beispielsweise durch die Ausstellung „Verstummte Stimmen“ direkt unterhalb des Festspielhauses, aber auch durch Inszenierungen, die sich mit der eigenen Geschichte auseinandersetzten („Meistersinger“ von Katharina Wagner, Stephan Herheims „Parsifal“ oder Bary Koskys „Meistersinger“, der als erster jüdischer Regisseur auf der Bayreuther Bühne inszenierte und für seine Auseinandersetzungen mit Judentum und mit Wagners Antisemitismus bekannt war). Katharina Wagner war es auch, die das Rahmenprogramm der Festspiele durch Symposien, Vorträge, Konzerte oder die Wiedereinführung von Meisterklassen bereicherte und ausbaute und auch Open-Air-Aufführungen unter anderem im Festspielpark organisierte.

Bayreuth trägt AR-Brille


Wie stark ihre Lust auf Neues ist, bewies die Urenkelin Richard Wagners auch dadurch, dass sie erstmals Frauen als Dirigentinnen für den Orchestergraben verpflichtete oder Regisseure holte, die auch konsequent die Videokunst auf die Bayreuther Bühne brachten. Jüngster Coup: in diesem Sommer holte sie mit dem Amerikaner Jay Scheib einen Regisseur nach Bayreuth, der seit längerem mit Elementen der Virtual Reality und der Augmented Reality experimentiert. Scheibs „Parsifal“ mit AR-Brille, den zwar leider nur einige wenige erleben konnten, sorgte für viele Debatten und stieß die Tür auf für eine faszinierende Entwicklung auf, die die Opernhäuser weltweit massiv verändern dürfte. Auch wenn diese Entwicklung aktuell noch brandneu sein mag, so kann man doch schon erahnen, was da alles noch möglich werden könnte. Und weil vor allem jüngere Leute besonders affin sind was diese neuen Technologien anlangt, könnte die AR-Brille durchaus einen wichtigen Beitrag leisten zur Verjüngung des Opernpublikums.

Schade nur, dass der eigene Mut auch dadurch geschwächt wurde, dass es (aus finanziellen Gründen) nicht gelungen ist, Brillen für das gesamte Haus zu beschaffen. 

-> Bedeutung des Faktors Modernisierung: besonders hoch

These 3: Ohne Festspiele wäre Bayreuth arm dran

Ja, es stimmt. Zunächst einmal kosten die Bayreuther Festspiele die Stadt Geld. Als Gesellschafterin muss die Stadt im laufenden Jahr rund 1,5 Millionen Euro aufbringen, damit die Festspiele (Gesamtetat 2023: gut 30 Millionen Euro) an geplanten 33 Spieltagen (darunter 2 Open Airs, von denen eines wegen Regens abgesagt werden musste) über die Bühne gehen können. Einladungen, Empfänge, Blumenschmuck und sonstige Aufwendungen gibt es auch nicht zum Nulltarif. Aber all das rechnet sich, denn die Ausgaben kommen vielfach zurück. Schließlich buchen Festspielgäste Hotels und Gasthöfe, schließlich gehen sie in Restaurants und Cafés, schließlich profitiert auch der Handel und das Taxigewerbe, profitieren Museen, andere Kulturveranstalter und Umlandgemeinden von den Besuchern aus aller Welt vom Ansturm der Wagnerfreunde aus aller Art.

Und dann wäre da auch noch die mediale Aufmerksamkeit, die Bayreuth Sommer für Sommer erfährt. Je weiter man sich von Franken entfernt, desto gebräuchlicher ist die Gleichsetzung Bayreuth = Festspiele = Wagner. Wollte man diese tatsächlich weltweite Bekanntheit über Medienkampagnen erkaufen, müsste man tief, sehr tief in die Tasche greifen. So gesehen ist auch nicht wichtig, ob die Welt nun mit Blickrichtung Bayreuth vor allem über künstlerische Fragen, Familienzwistigkeiten oder politische Verwerfungen diskutiert, ob die Kameras einmal mehr Angela Merkel oder die Fürstin Gloria auf dem Roten Teppich erwischen (oder eben nicht), die bunten Blätter zum zigsten Male den Schicki-Micki-Vergleich Bayreuth-Salzburg bemühen oder darüber debattiert wird, wie sozial unverträglich die Ticketpreise mittlerweile seien. Es geht vor allem darum, dass leidenschaftlich über Bayreuth diskutiert wird. 
-> Bedeutung des Faktors „Marke Bayreuth“: unendlich wichtig

These 3: Vergesst den Mainstream, Bayreuth muss unverwechselbar bleiben!

Bayreuth und die Festspiele sollten nicht den Fehler machen, sich anderen Kultur-Schauplätzen anzugleichen. Bayreuth sollte – selbstbewusst – seinen eigenen Weg gehen und auf die eigenen Stärken setzen. Und das sind, siehe oben, Tradition, der unbedingte Wille zur stetigen Erneuerung, der Mut zur Veränderung und vor allem: Qualität, Qualität, Qualität!

Es braucht –  bei den Sängerinnen und Sängern – nicht die größten Namen, sondern die besten Stimmen. Es braucht – bei den Regisseuren, Bühnen- und Kostümbildnern – nicht die Platzhirsche, sondern die jungen Wilden, die wirklich etwas zu sagen haben und die hohe Kunst anspruchsvoller Unterhaltung beherrschen. Ja, die dürfen auch mal verstören und/oder provozieren; ja, die sollen engagiertes Regietheater anbieten, vor allem aber sollen sie das Werk Wagners durch ihre Interpretation voranbringen. Und ja, die mögen auch nicht immer und überall gut ankommen, wie der aktuelle „Ring“ von Valentin Schwarz oder der Biogasanlagen-„Tannhäuser“ von Sebastian Baumgarten (ab 2011). 

Bayreuth braucht Debatten

Gerade Bayreuth braucht Debatten und Austausch über Wagners Werk und ihre Deutung, schließlich findet hier das wohl fachkundigste Wagnerpublikum zusammen, das man sich vorstellen kann. Das will die Sinnfrage stellen, das will Erklärungen dann, wenn Werk und Deutungen auseinandergehen, das lässt sich nicht mal eben abspeisen durch durchschaubare Theatertricks. Es braucht – bei den Dirigentinnen und Dirigenten – Persönlichkeiten, die Wagners musikalisches Werk neu durchleuchten und neuen Zielgruppen nahebringen. Es braucht auch mehr Angebote im direkten Umfeld der Festspiele: Diskussionen, Konzerte, Debatten, Symposien. 

Es braucht aber, in der Stadt, auch die Leidenschaft der Stadtgesellschaft für diese Festspiele (und auch für das neue Festival Bayreuth Baroque). Wenn Restaurants nach den Vorstellungen (wegen Personalmangel?) nicht mehr besucht werden können, wenn die Bürgersteige zu früh hochgeklappt werden und junge Festspielbesucher nicht wissen, wohin sie nachts gehen und feiern sollen, weil alle einschlägige Locations zu früh verriegelt werden, dann schadet das Stadt und Festspielen gleichermaßen. 

Was noch einzahlt auf diese Unverwechselbarkeit: Eine Festspielleiterin mit Namen Wagner; die meist knochentrockene Art vieler Bayreutherinnen und Bayreuther, die ihre Festspiele lieben, ihre diesbezügliche Liebeserklärung aber in nur zwei Worten auszudrücken vermögen: bassd scho! Die Vielfalt an Braukunst und die guten Bratwürste.

-> Bedeutung des Faktors „Unverwechselbarkeit“: nicht zu unterschätzen

These 4: Kluge Kartenpreisgestaltung zahlt sich aus

Richard Wagner hatte einen Traum: Seine Festspiele sollten in einem demokratischen Zuschauerraum zum Nulltarif angeboten werden. Kunst für alle also und für lau! Das freilich scheiterte gründlich. Und doch ist die Preisgestaltung bis heute ein wichtiges Thema. Zwar fördern Bund, Freistaat, Gesellschaft der Freunde von Bayreuth und die Stadt Bayreuth die Festspiele mit etwa 40 Prozent der Gesamtkosten. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass 60 Prozent der Ausgaben ­– und damit weit mehr als vergleichbare Institutionen – aus Eigenmitteln beglichen werden (Hinweis: Städtische Theater werden üblicherweise mit mehr als 80 Prozent bezuschusst). Dieser Kostendruck hat in den zurückliegenden Jahren zwangsläufig dazu geführt, dass die Preise sukzessive angehoben wurden. In diesem Jahr musste man für die teuerste Karte (Mittelloge) bei der Neuinszenierung „Parsifal“ 539 Euro hinblättern. Das ist viel Geld. Man sollte freilich auch wissen, dass die Preise, die im Durchschnitt um 4 Prozent angehoben wurden, sehr stark gestaffelt sind. Galerieplätze gibt es für unter 90 Euro, Teilsichtplätze für 22 Euro und Hörplätze schon für 11 Euro. Ein Problem, was jetzt erstmals angepackt wurde: In Bayreuth (und nur hier!) wird die Tetralogie „Ring des Nibelungen“ nur im Block angeboten – das bedeutet, dass für gute Parkettkarten für alle vier Werke gerne mal 1180 Euro pro Person anfallen. Berücksichtigt man ferner, dass man für einen kompletten „Ring“ sieben bis acht Nächte im Hotel, im Gasthof oder in der Ferienwohnung zubuchen muss, dann wird ersichtlich, dass Bayreuth so zum teuren Sommervergnügen kommt, das sich in Zeiten der Geldknappheit dann doch einige ersparen. Deshalb ist es aus meiner Sicht richtig und nachvollziehbar, dass man in der Geschäftsführung mit dem Gedanken spielt, die „Ring“-Werke künftig auch einzeln zu verkaufen. Das würde insbesondere auch jungen Menschen entgegenkommen, die sich häufig keine ganz Bayreuth-Woche leisten können.
Übrigens I: Im Bereich der teuersten Preiskategorie blieben auch in diesem Sommer keine Plätze unverkauft. Also sollte es auch in Zukunft so bleiben, dass für die Top-Plätze auch ein Top-Zuschlag verlangt werden sollte, während man bei den übrigen Plätzen unbedingt die soziale Komponente bei der Preisgestaltung im Blick haben sollte. Bayreuth soll ein Theater für alle bleiben.

Übrigens II: Nachdem der Ticketverkauf in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen zunächst extrem schleppend verlaufen war und es insbesondere im Juni vermehrt Tickets über das Onlineportal der Festspiele gab, schnellte die Nachfrage richtiggehend in die Höhe. Vor allem meldeten dann auch Tausende von Neukunden ihr Interesse für Bayreuth an. Sodass am Ende wieder eine Art Normalzustand herrschte. Wie der aussieht? Es gab bei so gut wie allen Vorstellungen ein volles Haus.

 Bedeutung des Faktors Ticket-Preisgestaltung: Hoch

These 5: Änderungen im Kreis der Gesellschafter dürfen den Spielbetrieb nicht gefährden

Hinter den Kulissen wird in den kommenden Wochen und Monaten wieder mal intensiv beraten, mit welchem Gesellschaftermodell die Sicherung der Festspielzukunft am besten erreicht werden kann. Aktuell favorisiertes Vorgehen: der Bund und der Freistaat Bayern, die auch bei der laufenden Sanierung des Festspielhauses den Löwenanteil der Kosten von insgesamt veranschlagten 170 Millionen Euro tragen,  erhöhen ihre Gesellschaftsanteile von derzeit 29 Prozent auf 37 Prozent; die hierfür erforderlichen 16 Prozent der Anteile gibt die Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth (GdF) ab; sollten alle Gesellschafter diesem Plan zustimmen, würden ab 2025 Bund und Land je 37 Prozent der Anteile halten, Stadt und GdF je 13 Prozent. Das würde der GdF insofern entgegenkommen, dass sie dann bei den jährlichen Pflichtzahlungen entlastet würde und sich wieder, wie in früheren Jahren, als Helfer in der Not erweisen könnte dann, wenn es irgendwelche Spezialprojekte zu schultern gäbe. Aus Sicht der Stadt hätte eine solche Lösung sicherlich den Vorteil, dass die Stadt nicht noch tiefer in die (reichlich leergefegte) Stadtklasse greifen müsste. Allerdings muss man auch die Frage stellen, ob damit die Position der Stadt bezogen auf die Zukunft der Festspiele geschwächt werden wird. Ich persönlich befürchte das nicht.

-> Bedeutung des Faktors Zukunftssicherung: Existentiell 

Sie haben eine Anmerkung zu diesem Beitrag oder eine ganz andere Meinung  – schreiben Sie mir gerne eine Mail an gdmeier@web.de

Zur Person
Gert Dieter Meier ist seit rund 40 Jahren Journalist ­- und vor allem in den Bereichen Kommunalpolitik und Kultur unterwegs. Seit 2020 gehört er als Unabhängiger dem Bayreuther Stadtrat an. Für Bayreuth 4U beleuchtet Meier in seiner monatlichen Online-Kolumne „Stadtparkett“ das Geschehen in Bayreuth.
 

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